Der SSV Zuffenhausen kann im Kellerduell mit dem TSV Mühlhausen wieder auf Stürmer Mehmet Kuzu (links) bauen. Foto: Günter Bergmann

Vor dem sechsten Spieltag lauern vier Klubs darauf, den TSV Weilimdorf vom Tabellenthron zu stoßen.

Stuttgarter Norden - Seit dem ersten Spieltag der Saison 2014/2015 hat es in der Fußball-Bezirksliga nur einen einzigen Tabellenführer gegeben: den TSV Weilimdorf – auch wenn er sich nach dem Auftakt den ersten Rang zunächst noch mit zwei weiteren Vereinen teilen musste. Doch nach der Weilimdorfer Niederlage am vergangenen Wochenende ist das Verfolgerfeld auf Schlagdistanz. Gleich vier Klubs, darunter der SC Stammheim und Croatia Stuttgart, haben am Sonntag die Chance, den Spitzenreiter zu entthronen. Nicht minder eng geht es in der hinteren Tabellenhälfte zu, wo der Rest der sieben Nord-Stuttgarter Vereine darum kämpft, den Anschluss ans Mittelfeld zu halten.

Warnschuss vor den Bug zur rechten Zeit

Niederlagen, so heißt es, haben den großen Vorteil, dass man aus seinen Fehlern lernen kann. Beim TSV Weilimdorf hoffen die Verantwortlichen, dass dieser pädagogische Effekt schnell greift. „Vielleicht war es zur rechten Zeit ein Warnschuss vor den Bug“, sagt TSV-Pressewart Michael Bachmann nach der 1:3-Pleite gegen Croatia. Es wäre in der Tat ratsam, aus der Niederlage zu lernen. Denn der nächste Gegner Spvgg Möhringen praktiziert einen ähnlichen Stil wie die Kroaten: aus einer soliden Deckung heraus Konter fahren. „Das machen die sogar noch einen Tick besser“, sagt Bachmann über die Möhringer. „Für mich ist das die Mannschaft mit dem besten Umschaltspiel in der Liga.“ Unterhaltsam könnte die Partie jedenfalls werden. Das erste Duell zwischen dem TSV und der Spvgg in der vergangenen Saison endete 5:5.

Gegen vermeintlich schwächere Teams schwer getan

Durch einen auch in dieser Höhe verdienten 4:0-Derbyerfolg über die Sportvg Feuerbach hat der SC Stammheim bis auf einen Zähler zum Spitzenreiter aufgeschlossen. Zudem hat der SC in Aufsteiger Palästina Al Q’uds Stuttgart eine eigentlich lösbare Aufgabe vor der Brust. Doch just darin liegt die Gefahr: Denn gegen die vermeintlich schwächeren Mannschaften im Klassement haben sich die Stammheimer in der laufenden Runde eher schwer getan. Geht es nach SC-Coach Thomas Oesterwinter, dann soll sich das schon am Sonntag ändern. „Ich hoffe sehr, dass wir unseren guten Lauf fortsetzen können.“ Zwar muss der Trainer auf den im Urlaub weilenden Vadim Kromm verzichten, der am vergangenen Wochenende eine bärenstarke Leistung zeigte. Doch dafür hat er ein anderes Ass im Ärmel: Den 19-jährigen Neuzugang Christian Markovic, den es aus Kroatien nach Stuttgart verschlagen hat. „Es hapert zwar noch mit der Sprache, aber der Junge ist nicht schlecht“, urteilt Oesterwinter.

Vom Gegner gibt es Komplimente

Abgesehen von dem 0:2-Ausrutscher im Nachholspiel gegen Untertürkheim hat Croatia Stuttgart bislang eine mehr als ordentliche Runde abgeliefert. Kein Wunder also, dass es auch vom Gegner Komplimente gibt: „Vergangene Saison war Croatia berechenbar“, sagt Trainer Marco Scheel, der mit dem TV 89 Zuffenhausen am Sonntag bei den Kroaten gastiert. „Aber das sind sie inzwischen nicht mehr.“ Ein Verdienst, den sich Croatia-Coach Igor Ilicic wohl gerne auf die Fahnen schreiben lässt. Aber der Trainer gibt sich bescheiden: „Die Ergebnisse zeigen, dass jeder jeden schlagen kann“, sagt Ilicic. „Aber ich bin guter Dinge, dass wir am Sonntag drei Punkte holen.“ Zwar muss er auf Jan Zajfert und Abdullah Özdin (beide studienbedingt verhindert) sowie Kevin Reinhardt (Urlaub) und Vinko Bilac (verletzt) verzichten. Aber gemessen an der Ausfallliste der Zuffenhäuser ist das ein kleines Problem. Dem TV 89 fehlen im schlimmsten Fall gleich sechs Stammkräfte: Niko Baltsios (Platzwunde am Knie), Eddy Bormann (Urlaub), Driar Shammak (Leistenverletzung), Volker Braun (Magenprobleme) sowie Daniel Scharpfenecker und Moritz Albrecht (beide krank).

Guter Wille ist vorhanden

Da klingen die Nachrichten beim Lokalrivalen SSV Zuffenhausen schon besser: Angreifer Mehmet Kuzu ist aus dem Urlaub zurück, der bisherige Stammtorwart Jan Ertl ist ebenfalls wieder mit von der Partie. SSV-Trainer Ingo Ramljak wird die beiden gut brauchen können. Denn am Sonntag steht das Kellerduell gegen den punktgleichen Tabellennachbarn TSV Mühlhausen an, der allerdings ein Spiel weniger auf dem Konto hat als der SSV. Der gute Wille ist bei den Kickern von der Schlotwiese jedenfalls vorhanden. „Die Jungs haben sich nicht hängen lassen und gut trainiert“, sagt Ramljak. „Ich hoffe, dass sich meine Spieler mit einem Erfolgserlebnis dafür belohnen.“

Schlechte Trainingsbeteiligung

Bei der Sportvg Feuerbach ist die Lage anders. Dort klagt Trainer Peter Secker über eine eher übersichtliche Trainingsbeteiligung. „Da braucht man sich dann auch nicht wundern, wenn wir nur in den ersten 20 Minuten mithalten können.“ Erschwerend kommt hinzu, dass in Achim Besser nach wie vor der Lenker und Denker im Sportvg-Spiel ausfällt. Doch es gibt eine Sache, die Secker vor dem Duell mit dem stark in die Spielzeit gestarteten Aufsteiger FC Stuttgart-Cannstatt zuversichtlich stimmt. „In der vergangenen Saison haben wir auswärts mehr Punkte geholt als zu Hause. In diesem Jahr ist es genau andersrum.“

Noch ohne Saisonsieg

Beim MTV Stuttgart scheint es zurzeit einerlei, wo er spielt. Denn das Team von Trainer Francesco Mazzella di Bosco ist als einziges noch ohne Saisonsieg. Doch warum es dem Rückrundenmeister der vergangenen Saison so schwer fällt, in die Gänge zu kommen, ist allen Beteiligten nach wie vor ein Rätsel. „Im Training zeigen mir die Jungs ja, dass sie es können“, sagt Mazzella di Bosco. „Aber wir schaffen es einfach nicht, das im Spiel zu übertragen.“ Vielleicht sollten die Kicker vom Kräherwald ein bisschen beim nächsten Gegner TSVgg Plattenhardt spicken: Der hat den inneren Knoten vor Wochenfrist durch einen 2:0-Derbysieg gegen Bonlanden II gelöst.

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