Sportvg-Mittelfeldspieler Steffen Zeitvogel (l.) hat sich einen Patellasehnenriss zugezogen und fällt sechs Wochen aus. Foto: Günter Bergmann

Der SSV empfängt den TV 89 zum Bezirksligaduell. Zeitgleich messen sich zwei Ex-Landesligisten.

Stuttgarter Norden - An Nord-Stuttgarter Derbys herrscht in der Fußball-Bezirksliga angesichts von sieben Mannschaften aus dieser Region nun wahrlich kein Mangel. Allerdings gibt es das eine oder andere Nachbarschaftsduell, das durchaus noch einen besonderen Reiz hat. Ziemlich weit oben in dieser Rangliste ist das Kräftemessen der beiden Zuffenhäuser Clubs SSV und TV 89 angesiedelt, das am Wochenende auf der Bezirkssportanlage Schlotwiese ausgetragen wird. Nicht minder spannend dürfte der Vergleich der beiden Ex-Landesligisten SV Vaihingen und dem Tabellenführer TSV Weilimdorf werden. Wobei der zweitplatzierte SC Stammheim, der in Mühlhausen antreten muss, wohl eher den Vaihingern die Daumen drückt als seinem Lokalrivalen und Titelkonkurrenten.

Genau betrachtet spielt der TV 89 Zuffenhausen bei seinem Auftritt beim SSV Zuffenhausen praktisch gegen sich selbst. Denn die inzwischen beim SSV aktiven Hüseyin Ugur, Josip Mataija, Martin Mataija, Davor Biljescovic und der – zurzeit allerdings gesperrte – Mehmet Kuzu trugen allesamt schon das Trikot der 89er, die wiederum in Keeper Daniel Weyershäuser einen ehemaligen SSV-Kicker in ihren Reihen haben. „Es ist schon Vorfreude auf das Derby da“, sagt SSV-Trainer Ingo Ramljak. „Aber noch größer ist die Aufbruchstimmung.“ Noch vor vier Wochen war der SSV in Mühlhausen mit 6:1 abserviert worden, ehe er erst die Pokalpartie gegen den Kreisliga-A-Aufstiegsanwärter NAFI Stuttgart gewann und danach in der Bezirksliga gegen die Landesliga-Absteiger SV Vaihingen und TSV Weilimdorf vier Punkte holte. Aber: „Wir haben nur vier Punkte geholt, die wir woanders haben liegen lassen“, sagt Ramljak. „Wir stehen nach wie vor auf einem Abstiegsplatz.“ Auf einem solchen war der TV 89 vor kurzem auch noch zu finden, ehe sich das Team von Trainer Marco Scheel durch zwei Siege ein Stück weit von der Gefahrenzone absetzte. Aber allzu groß ist das Punkte-Polster nicht. „Ich bin sicher, dass es ein heißes Spiel wird“, vermutet Scheel – und wagt gleich noch eine Prognose: „Die Mannschaft, die den größeren Willen zeigt, wird das Derby gewinnen.“

Ein Sieg, ein Remis – das ist die Bilanz des TSV Weilimdorf aus den beiden Spielen gegen den SV Vaihingen in der vergangenen Saison. Einer Saison, in der die beiden Rivalen noch in der Landesliga kickten. Geholfen hat es den Weilimdorfer nicht. Sie stiegen ab. „Wir haben im Hinspiel gegen Vaihingen in der 88. Minute den 2:2-Ausgleich bekommen“, erinnert sich TSV-Pressewart Michael Bachmann. „Ohne dieses Tor hätten wir statt der Vaihinger die Relegation gespielt.“ Was aber auch nicht heißen muss, dass der TSV dann den Klassenverbleib geschafft hätte – schließlich ging es für den SVV trotz Relegation eine Etage tiefer. Die Begegnung am Samstag wird dagegen unter einem anderen Vorzeichen stehen. Den diesmal geht es darum, ob die Nord-Stuttgarter Platz eins verteidigen oder die Vaihinger zur Tabellenspitze aufschließen können. „Die Meisterschaft gewinnen kann man im Moment nicht“, sagt Bachmann. „Aber man kann sie verlieren.“ Der TSV muss bei seinem Auftritt im Schwarzbachstadion allerdings auf zwei Leistungsträger verzichten. Am vergangenen Wochenende zogen sich Torwart Burak Demirel und Stürmer Gökhan Kücükcolak Blessuren zu und verlängern so die nun elf Namen umfassende Liste der Weilimdorfer Ausfälle.

Dem SC Stammheim käme ein Remis oder gar eine Niederlage der Weilimdorfer sehr gelegen. Denn in diesem Fall würde das Team von Trainer Thomas Oesterwinter durch einen Sieg beim TSV Mühlhausen Platz eins im Klassement übernehmen. Es wäre der dritte Anlauf, denn das hätten die Stammheimer schon in den vergangenen zwei Wochen erledigen können. Doch da patzten sie im Gleichschritt mit dem Spitzenreiter. „Wir haben jedenfalls vor, diese Mini-Krise zu beenden“, sagt Thomas Oesterwinter. Dass ihn in Mühlhausen eine ebenso kompakte wie kampfstarke Mannschaft erwartet, ist dem Stammheimer Coach klar. „Gegen Mühlhausen gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten, wie das Spiel verlaufen kann: Entweder man zittert bis zur letzten Minute, oder man erwischt sie gleich auf dem falschen Fuß.“

Die Sportvg Feuerbach hat in der laufenden Runde schon einige Teams auf dem falschen Fuß erwischt. Es ist aber fraglich, ob die Feuerbacher dieses Kunststück auch in der Partie gegen den SV Bonlanden II hinbekommen. Denn während sich die Bonlandener zuletzt mit drei Akteuren aus der Verbandsligamannschaft verstärkt hatten, sind die Personalsorgen der Sportvg noch ein bisschen größer geworden. „Wir haben praktisch kein Mittelfeld mehr“, sagt Sportvg-Coach Peter Secker. Zwar hat sich die Verletzung von Steffen Zeitvogel nicht wie zunächst befürchtet als Kreuzbandriss, sondern als Riss der Patellasehne herausgestellt. Aber das bedeutet eine sechswöchige Zwangspause. Ebenfalls ausfallen werden Martin Henne (Bänderriss), Achim Besser (Achillessehnenverletzung) und Melvin Alavac, der sich am vergangenen Sonntag die rote Karte eingehandelt hat.

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