An der Oppenheimer Straße sind zwei Doppelhäuser und ein Mehrfamilienhaus geplant. Foto: Leonie Hemminger

Stadtplaner Matthias Schmid hat im Bezirksbeirat über mögliche Bauprojekte berichtet.

Weilimdorf - Matthias Schmid und seine Kollegen vom Amt für Stadtplanung und -erneuerung haben immerzu die Augen offen, wo sich im Stuttgarter Stadtgebiet neuer Wohnraum auftun könnte. „Wir erfassen täglich neue Potenziale“, berichtete Schmid den Bezirksbeiräten in ihrer jüngsten Sitzung. Die Lokalpolitiker hatten den Ingenieur vor einigen Monaten zu sich ins Bezirksrathaus eingeladen, um von ihm über die Wohnraumentwicklung in Weil­imdorf zu erfahren.

In einer Zeitstufenliste erfassen die Stadtplaner, welche Gebiete mit welcher Priorität für Wohnbebauung in Frage kommen könnten. In Stuttgart sind dies insgesamt 350 Grundstücke beziehungsweise 528 Hektar an sogenannten Bauflächenpotenzialen. „Das heißt, dass wir an diesen Stellen die Möglichkeit sehen, zu bauen. Das sind aber keine baufertigen Flächen“, erklärte Schmid. Oft muss erst der Bebauungsplan entsprechend geändert werden.

In Weilimdorf hat das Stadtplanungsamt im Jahr 2010 rund 21,8 Hektar solcher potenzieller Baugebiete ermittelt. Dies entspricht 233 Wohneinheiten. Die Gebiete Bergheimer/Rennstraße, Mittenfeldstraße 103-109 und ein Großteil der Fläche Im Frauenholz/Köstlinstraße sind bereits fertig bebaut, so dass nach aktuellem Stand noch 155 Wohneinheiten realisiert werden könnten. „Neu ist, dass wir Potenziale in Alt-Hausen und in Giebel sehen“, sagte Schmid. Insbesondere am Hausenring sieht er Bedarf, dass ältere Gebäude grunderneuert werden.

Mehr Wohnraum

Weitere Flächen, auf denen Wohnraum geschaffen werden könnte, sieht der Stadtplaner unter anderem an der Rennstraße 3–5, an der Bergheimer Straße Ecke Solitudestraße, an der Raith­straße sowie an der Ecke Spechtweg/Solitudestraße. Auch das Gebiet am Waldhornweg ist im Zeitstufenplan aufgeführt; allerdings berät der Gemeinderat derzeit darüber, das Bebauungsplanverfahren aufgrund massiver Proteste der Anwohner ruhen zu lassen (wir berichteten). Ähnlich problematisch ist Wohnungsbau laut Schmid Am Seelachwald, zumal das Gebiet erst erschlossen werden müsste. „Insgesamt sehen wir aber Ergänzungspotenziale in Wolfbusch“, sagt der Stadtplaner auf Nachfrage. Dem Vorhaben, 19 Wohneinheiten an der Oppenheimer Straße 19 bis 27 A zu bauen, hat der Gemeinderat bereits zugestimmt.

Erklärtes Ziel des Gemeinderats ist es, jährlich 1500 neue Wohneinheiten zu schaffen. „Diese Zielvorgabe ist nötig, weil wir mit einem bestimmten Planungshorizont arbeiten müssen. Sonst funktioniert es nicht“, erklärte Schmid. Man müsse vorausschauend denken, um auch in 50 Jahren noch über ausreichend Wohnraum zu verfügen. „Wir müssen schließlich wettbewerbsfähig bleiben.“

Der Bedarf an Wohnraum steigt dadurch, dass pro Einwohner ein Mehr an Quadratmetern erwartet wird, erklärte Schmid den Kommunalpolitikern. Europaweit verglichen, sei der Wohnflächenbedarf pro Kopf jedoch noch recht gering: Während er in Stuttgart bei 40 Quadratmetern liege, beanspruchten die Luxemburger 65 Quadratmeter.

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