In den Sommerferien endet die Linie U1 bereits in Heslach. Foto: Alexandra Kratz

Die Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) erneuern zwischen den Haltestellen Fauststraße und Waldeck das Gleisbett. Alexander Schirling stellte die Pläne den Vaihinger Bezirksbeiräten vor. Ebenso wie die Kollegen im Süden wünschen sich diese ein grünes Gleisbett.

Vaihingen - Die Vaihinger Bezirksbeiräte haben ihren Kollegen aus dem Stuttgarter Süden Schützenhilfe geleistet. Denn auch für sie ging es beim Thema Gleiserneuerung vor allem um die Frage, ob die Trasse zwischen der Haltestelle Viadukt in Vaihingen und Waldeck in Kaltental begrünt werden kann.

Alexander Schirling, Baubezirksleiter bei den Stuttgarter Straßenbahnen (SSB), musste diese Hoffnungen in der Sitzung des Bezirksbeirats am Dienstag freilich gleich enttäuschen. „Es gibt bislang nur ein System, das sich bewährt hat“, sagte Schirling. Nämlich das, was vor Jahren auf der Strecke zwischen dem Vaihinger Bahnhof und dem Schillerplatz eingebaut wurde. Dabei werden große Betonplatten mit Längsbalken eingebaut, auf denen die Schienen montiert werden. Zwischen den Balken wird der Rasen gesät. Doch der Einbau eines solchen Systems dauert Monate. „Wir können Kaltental nicht ein halbes Jahr lang von der Stadtbahn abhängen“, sagte Schirling.

An anderer Stelle, beispielsweise am Olgaeck, haben die SSB eine Art Rollrasen zwischen den Gleisen verlegt. Doch mit diesem System habe man noch keine Langzeiterfahrungen, sagte Schirling und ergänzte: „Wir wollen in Kaltental auch nicht irgendwas probieren und dann in fünf oder zehn Jahren schon wieder bauen müssen.“ Doch Schirling hatte auch eine gute Nachricht. So arbeiten die SSB derzeit an einem neuen System, mit dem sich grüne Gleisbetten schnell in einer Art Fertigteil-Bauweise realisieren lassen.

SSB sollen sich „ein wenig anstrengen“

Günter Stübel stellte diese Auskunft nicht zufrieden. „Eine ganz ähnliche Antwort haben wir schon im Umwelt- und Technikausschuss bekommen“, sagte der FDP-Stadtrat. Er meinte, die SSB müssten sich nur „ein wenig anstrengen“. In anderen Städten würden auch grüne Gleisbetten gebaut, und in Florenz würden sogar Blumen zwischen den Schienen wachsen.

Doch warten, bis es ein schnell zu bauendes System für ein grünes Gleisbett gibt, können die SSB im Fall der Strecke zwischen Vaihingen und Kaltental nicht. Denn die Schlammlawine, die sich im September des vergangenen Jahres nach einem Wasserrohrbruch ihren Weg nach unten bahnte, hat die Gleise in Mitleidenschaft gezogen. Zwar wurden die Schienen gereinigt, doch im Schotter hat sich viel Dreck angesammelt. Die Folgen sind, dass das Gleisbett grünt und blüht und dass der Schotter häufiger verdichtet werden muss. Das Entscheidende ist jedoch, dass der Dreck immer weiter nach unten wandert, die Drainage nach und nach verstopft und das Wasser nicht mehr abfließen kann. Wenn das Wasser im Winter gefriert, kann sich das Gleis heben. Die Sicherheit ist dann nicht mehr gewährleistet.

Die Stuttgarter Straßenbahnen bauen die neuen Gleise während der Sommerferien ein. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht. Denn während der Bauarbeiten muss die Strecke gesperrt werden. „Das geht nur, wenn wir keinen Schülerverkehr haben“, sagte Schirling. Vom ersten Ferientag an, also dem 25. Juli, endet die Stadtbahnlinie U 1 an der Haltestelle Vogelrain in Heslach. Von dort aus fahren im Zehn-Minuten-Takt Busse bis zum Vaihinger Bahnhof. Spätestens am letzten Tag der Sommerferien muss das neue Gleisbett fertig sein. Um das schaffen zu können, muss montags bis sonntags von 7 bis 22 Uhr gearbeitet werden.

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