Mehr Grün und Natur auf dem Marktplatz? Das ist den Bezirksbeiräten nicht konkret genug. Der Vorschlag landete stuttgartweit auf Platz 874. Foto: Archiv Torsten Ströbele

Die Mitglieder des Botnanger Bezirksbeirates beziehen Stellung zu zehn Vorschlägen aus dem Bürgerhaushalt, die den Stadtbezirk betreffen. Bessere Verkehrsanbindungen, attraktivere Spielplätze und eine neue Kita im ehemaligen Waldheim Johannesgarten unterstützt das Gremium.

Stuttgart-Botnang - Derzeit arbeitet die Stadtverwaltung an den Stellungnahmen zu den Top 100 Vorschlägen des Bürgerhaushalts. Parallel dazu nehmen aktuell stadtweit die Bezirksbeiräte die zehn am besten platzierten Ideen und Wünsche für ihren Stadtbezirk unter die Lupe. Das haben nun auch die Lokalpolitiker aus Botnang getan.

Der erste Vorschlag, der den kleinen Stadtbezirk betrifft, landete auf Platz 278. Teilnehmer „Gustafson“ möchte Flächen entsiegeln, die nicht mehr für den Verkehr benötigt werden – „um das Mikroklima zu verbessern, die Versickerungskapazitäten zu erhöhen und grüne Bänder für Insekten, Eidechsen und Vögel zu verbreitern, könnte man an geeigneten Stellen den Asphalt aufbrechen“. Auch „graue Mittelstreifen“, wie in Botnang entlang der unteren Furtwänglerstraße, sind gemeint. Ebenso sieht „Gustafson“ an der Regerstraße, vom Botnanger Sattel kommend, Potenzial: „In der Kurve stehen auf der rechten Spur Wohnmobile, Anhänger, Lastkraftwagen. Das zeigt: Die Verkehrsfläche wird nicht benötigt.“ Der Bezirksbeirat befürwortet diesen Vorschlag, genauso wie die nächste Idee, die auf Platz 465 gelandet ist: „Wer von Feuerbach kommend auf dem Radweg zum Beispiel Richtung Stuttgart-West fahren möchte, oder wer sich innerhalb Botnangs auf dem Fahrrad sicher bewegen möchte, ist derzeit einigen Gefahrenpunkten, wie zum Beispiel plötzlich abbrechenden Radwegen und unklaren Markierungen ausgesetzt“, heißt es da. Optimierungsbedarf bestehe unter anderem beim Freibad des ASV oder an der Kreuzung Furtwängler-/Bauernwaldstraße. Auch in der Regerstraße könnte Platz für einen Radweg geschaffen werden, der Botnang an den Stuttgarter Westen anbindet.

82 neue Kinderbetreuungsplätze für den Bezirk?

Beim aktuellen Radwegenetz sieht auch „ferdi“ noch Handlungsbedarf. Der Anfang des Radwegs nach Feuerbach am Ortsausgang Botnang sollte seiner Meinung nach neu gestaltet werden (Platz 753). Die Situation dort sei ungelöst und lebensgefährlich. Die Bezirksbeiräte wollen den Vorschlag rasch umgesetzt sehen.

Sie unterstützen auch die Wünsche nach Spielplatzsanierungen im Allgemeinen (Rang 692) und den Ausbau der Spielfläche am Buberlesbach zum Wasser- und Abenteuerspielplatz (Rang 591) im konkreten Fall.

Für notwendig erachtet das Bürgergremium auch die Umsetzung einer Waldorf-Natur-Kindertageseinrichtung im ehemaligen Waldheim Johannes (wir berichteten). 82 Betreuungsplätze sollen entstehen. Dazu benötigen die Verantwortlichen aber noch die finanzielle Unterstützung des Gemeinderats. Die Idee landete auf Platz 630 im Bürgerhaushalt.

Auf den weiteren Plätzen folgten Vorschläge zum Thema Verkehr: Eine durchgängige Busverbindung zum Killesberg (Rang 757), ein Zebrastreifen an der Bushaltestelle am Tierheim (882) und „Stadtbahnen nach Botnang durchfahren lassen“ (942) stießen bei den Räten auf Gegenliebe. Letzteren Vorschlag interpretierten sie allerdings dahingehend, „dass die Stadtbahnlinien 29 und 34 über die Haltestelle Vogelsang hinaus bis zur Haltestelle Botnang fahren“ sollen. Und anstelle des Zebrastreifens am Tierheim wünschen sich die Bezirksbeiräte lieber eine Bedarfsampel. Keine Stellung bezogen die Lokalpolitiker zur Idee „Mehr Grün und Natur für den Botnanger Marktplatz“ (874). Das lag daran, dass der Vorschlag nicht konkret genug formuliert worden sei.

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