Bezirksbeirat in Botnang Stühlerücken im Bezirksbeirat

Von Torsten Ströbele 

Im September oder Oktober dieses Jahres werden die neuen Bezirksbeiräte im Botnanger Rathaus an der Klinglerstraße ihre Arbeit aufnehmen. Foto: Archiv Thorsten Hettel
Im September oder Oktober dieses Jahres werden die neuen Bezirksbeiräte im Botnanger Rathaus an der Klinglerstraße ihre Arbeit aufnehmen. Foto: Archiv Thorsten Hettel

Erfahrene Kommunalpolitiker hören auf, während die AfD und Die Linke erstmals am Ratstisch Platz nehmen. Bezirksvorsteher Wolfgang Stierle ist gespannt, wie sich das Gremium neu aufstellen wird.

Botnang - Die Ergebnisse der Kommunalwahl werden nach der Sommerpause auch in den Bezirksbeiräten sichtbar. Während der neue Gemeinderat seine Arbeit schon Ende Juli aufgenommen hat, werden die Kommunalpolitiker in den 23 Stadtbezirken erst ab September oder Oktober ihr Amt offiziell ausüben dürfen. Die einzelnen Ortsvereine haben ihre Vertreter zwar schon benannt, aber das Haupt- und Personalamt muss erst noch prüfen, ob alle vorgeschlagenen Bezirksbeiräte und ihre Stellvertreter in dem beratenden Gremium überhaupt tätig sein dürfen. Eine Voraussetzung ist zum Beispiel, dass die Kommunalpolitiker in dem Stadtbezirk wohnen müssen, in dem sie aktiv werden.

Ernst Hausschild überlässt Jüngeren den Vortritt

Auch wenn die offizielle Bestätigung von Seiten der Stadtverwaltung noch aussteht, ist davon auszugehen, dass sich der Botnanger Bezirksbeirat zu Beginn der kommenden Legislaturperiode wie folgt zusammensetzen wird: Nachdem die CDU die meisten Stimmen erhalten hat, darf sie auch weiterhin drei Vertreter in das Gremium entsenden. Nicht mehr mit am Ratstisch wird Ernst Hauschild sitzen. Nach rund 25 Jahren im Bezirksbeirat hat sich der Sprecher der CDU-Fraktion dazu entschieden, Jüngeren den Vortritt zu lassen. „Eine gewisse Frustration hat aber auch eine Rolle gespielt.“ Immer wieder fühlten sich Hauschild und die anderen Bezirksbeiräte von der Stadtverwaltung nicht ernst genommen. Immer wieder bemängelte Hauschild die Kommunikation und Wertschätzung der ehrenamtlichen Arbeit. „Die Zusammenarbeit innerhalb des Gremiums und auch mit Bezirksvorsteher Wolfgang Stierle sowie mit seiner Vorgängerin Ulrike Zich war aber immer positiv und sehr gut“, sagt er.

Seinen Platz wird nun der Vorsitzende des CDU-Ortsvereins und des Bürgervereins, Juergen R. Spingler, übernehmen. Neben ihm wird Frank Riehl Platz nehmen, der stellvertretendes Mitglied war und für seine Frau Britta Riehl ins Gremium rückt, die nach rund 18 Jahren aus dem Bezirksbeirat ausscheidet. Michael Schneider wird bei der CDU der Dritte im Bunde sein. Seine Frau Susanne Schneider sowie Maximilian R. Mörseburg und Kathrin Derndinger werden stellvertretende Bezirksbeiräte, nachdem auch Peter Lenz nach rund 15 Jahren sein Amt zur Verfügung gestellt hat.

Personell verändert sich Einiges

Ebenfalls auf drei Sitze wird in der nächsten Legislaturperiode Bündnis 90/Die Grünen kommen. Bislang durften sie zwei der insgesamt elf Plätze im Gremium besetzen. In die zweite Reihe wird aus beruflichen und persönlichen Gründen Jens Keller rücken. Gemeinsam mit Frank Störmer und Markus Majev wird er einspringen, wenn ein ordentliches Mitglied seiner Fraktion ausfällt. Sprecher der Grünen bleibt Nicholas Gernhardt-Winkler. An seiner Seite werden die bisherige Stellvertreterin Ursula Kloke und Simone Lörcher Platz nehmen.

Weiterhin zwei ordentliche Mitglieder darf die SPD stellen. Sprecher Mark Bachofer und der bisherige Stellvertreter Norbert Latuske werden diese Posten übernehmen. Letzterer rückt für seine Frau Marianne an den Ratstisch, die nach etwa 14 Jahren im Amt ihren Platz zur Verfügung gestellt hat. Auch Knut Becker wollte nicht mehr antreten, und somit gibt es bei den Sozialdemokraten zwei neue Stellvertreter. Und das werden Helga Urban und der ehemalige Botnanger Pfarrer Wolfgang Mayer-Ernst sein.

Einen Sitz verloren hat dagegen die FDP. Michael Schumm wird nun vom ordentlichen zum stellvertretenden Mitglied. Martina Weishaupt wird die Liberalen alleine im Gremium vertreten. Somit scheiden die Stellvertreterinnen Silke Siebert und Birgit Widmann aus.

Auch die Freien Wähler dürfen nur noch einen Vertreter im Bezirksbeirat stellen. Und das wird Birgit Närger sein. Das Botnanger Urgestein Jochen Kretschmaier wird ihr Stellvertreter. Christl Offner-Hofstetter saß rund zehn Jahre im Gremium, Frank Epple etwa 20 Jahre – davon knapp sechs für die Grünen. Sie werden nicht mehr dabei sein.

Das Gremium muss sich erst einmal finden

Zum ersten Mal wird auch ein Vertreter von Die Linke im Bezirksbeirat Platz nehmen. Nachdem die Partei mit SÖS, Die Piraten und der Studentischen Liste eine Fraktionsgemeinschaft gebildet hat, wird Die Linke einen Sitz in Botnang erhalten. Berenike Cri Aspasia Caprice Kamm wird ihn besetzen. Ihr Stellvertreter soll Dirk Hoeber werden.

Und auch die AfD hat genug Stimmen gesammelt, um in den Bezirksbeirat einen Vertreter entsenden zu dürfen. Karl-Friedrich Hotz wird es sein. Er ist in Botnang kein Unbekannter. Seit 1993 wohnt er im Bezirk und war auch lange Jahre Jugendtrainer bei der SKG. Er geht davon aus, dass es im Gremium harmonisch zugehen wird. „Ein Thema, dem ich mich widmen möchte, sind die Mammut-Windräder im Tauschwald. Das ist ein ideologisches Projekt und durch nichts gerechtfertigt. Im Herbst werde ich dazu eine Informationsveranstaltung machen“, sagt Hotz. Einen Stellvertreter für ihn gibt es noch nicht. Ende des Jahres soll sich das ändern.

Bezirksvorsteher Wolfgang Stierle ist gespannt, wie sich das Gremium neu aufstellen wird: „Leider gehen einige Charaktere, die den Bezirksbeirat über viele Jahre geprägt haben. Das ist nun schon ein Einschnitt.“ Jetzt müsste sich das Gremium erst einmal finden. Etwas unglücklich empfindet Stierle die Situation, dass es einen zusätzlichen Platz im Bezirksbeirat geben wird. Somit könne es zu einer Pattsituation bei Abstimmungen kommen. Der zwölfte Sitz ist durch die Fraktionsgemeinschaft von SÖS, Linke, Piraten und Studentische Liste zustande gekommen.

Redaktion Botnang

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Torsten Ströbele
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