Die Schwabstraße soll für Fußgänger und Radler angenehmer werden. Foto: Sybille Neth

Zwischen der Rotebühl- und Bebelstraße könnte die Schwabstraße in das S 28-Sanierungsgebiet aufgenommen werden. Jetzt werden Vorschläge für beide Projekte gesammelt.

Stuttgart - Die Schwabstraße zwischen der Rote­bühlstraße und der Kreuzung mit der Bebelstraße könnte bald saniert werden. Martin Holch, der Leiter des Amts für Stadtplanung und Stadterneuerung, unterrichtete den Bezirksbeirat in seiner letzten Sitzung über die Vorstellungen der Verwaltung. Die Verkehrsschneise quer durch den Westen könnte dem Sanierungsgebiet S 28 am Bismarckplatz angegliedert und parallel dazu verschönert werden.

Seit zwei Jahren kommen Vorschläge

Das Amt für Stadterneuerung habe vom Land 80 000 Euro erhalten. „Noch ist damit nichts geplant“, sagte er. Das Sanierungsgebiet erstreckt sich rund um den Bismarckplatz. Es sollte um den Bereich der Straße erweitert werden, so die Meinung des Stadtplaners. Er will beim Land den entsprechenden Antrag stellen, damit die Arbeiten an der Schwabstraße parallel laufen können.

Die Vorgeschichte reicht zwei Jahre zurück. 2014 begann die Initiative zur Verbesserung der Situation für Fußgänger und Radfahrer mit einer Bestandsaufnahme durch den Verkehrsclub Deutschland. Der monierte vor allem die Gefährdung der Radfahrer im Schwabtunnel. Ein Jahr später machte das Stadtbauatelier Vorschläge, die räumlich bis zum Tunnel reichen, aktuell ist ein Planungsbüro damit beauftragt, Verbesserungsvorschläge für die Durchgangsstraße zu machen. „Es ist hier eine Mehrfachbeauftragung geplant“, kündigte Holch an. Fünf Büros will er ins Boot holen.

Befragung der Anrainer

Schon direkt angrenzend an das Sanierungsgebiet S 28 sieht er „ein gutes Stück Schwabstraße“, dem zu Leibe gerückt werden könnte. Aber die Sanierung soll bis zur Bebelstraße und somit bis zum Bürgerzentrum reichen. In der anderen Richtung bis zur Rotebühlstraße. „Der zweite Abschnitt bis zum Schwabtunnel ist städtebaulich dann einfacher“, so die Beurteilung des Stadterneuerers. Zu ihren persönlichen Vorstellungen wurden Gewerbetreibende, Anwohner und Hauseigentümer befragt. „Von 411 ausgeteilten Fragebögen kamen 96 zurück“, berichtete Holch. Das sei mit einer Rücklaufquote von 23 Prozent ein gutes Ergebnis. Die Auswertung muss noch erfolgen und wird bei der Auftaktveranstaltung zur Schwabstraßensanierung am 27. Oktober um 19.30 Uhr im Hajek-Saal des Bürgerzentrums vorliegen, versprach er. Bei dieser Veranstaltung werden auch die Ergebnisse vorliegen, die sich aus der professionell moderierten Bürgerbeteiligung für das Sanierungsgebiet Bismarckplatz ergeben haben. Die Vorbesprechung der Jury findet diese Woche statt. Das öffentliche Rückfragenkolloquium ist für 26. Oktober, 16 Uhr, im mittleren Sitzungssaal des Rathauses, terminiert.

Mehrere Büros werden beauftragt

Die Grünen-Bezirksbeirätin Maria Flendt erinnerte in der Diskussion an die bisherigen Bemühungen wie die Parklets und den Fußgängerverkehrs-Check. Beides sollte dazu beitragen, die Situation an der Schwabstraße zu verbessern. Ihr Kollege Heinrich Schneider lobte das zügige Arbeiten des Stadtplanungsamtes. Holch betonte, dass für das Sanierungsgebiet und für die Schwabstraße unterschiedliche Büros beauftragt werden. „ Zwei getrennte Verfahren werden den Ertrag verbessern“, erklärte er das Vorgehen seines Amtes. Auf diese Weise erhalte man für das S 28 Gebiet gute Ergebnisse. Das andere Büro könne für die Verkehrsschneise das Optimum herausholen. Dass dieser Weg nicht leicht sein werde, kündigte Holch ebenfalls an. „In der Schwabstraße werden wir einen sehr konfliktreichen Dialog führen müssen“, befürchtet er. „Es geht hier um Verdrängung.“ Das Fördergebiet S 28 werde erweitert, sobald es vernünftige Ergebnisse für die Schwabstraße gebe.

Schwieriger Weg steht bevor

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