Überblick über die Nachrichtenlage verloren? Wir helfen aus mit einer zugespitzten Zusammenfassung der Ereignisse. Foto: dpa/Baumann/Zweckverband Stadtbahn Ludwigsburg

In dieser Woche hat sich im Landkreis viel bewegt: Das Wahlergebnis sendet klare Botschaften, die Stadtbahn setzt auf freie Fahrt, die linke Szene in Ludwigsburg steht vor einer Zerreißprobe und ein Oberbürgermeister sucht das Rampenlicht.

Kaum waren die Ergebnisse der Bundestagswahl verdaut, drängten bereits neue Schlagzeilen in den Fokus. Den Überblick verloren? Kein Problem! Ein kompakter Rückblick auf eine Woche voller politischer Entwicklungen im Kreis Ludwigsburg.

 

1. Kreis wählt konservativ und rechts

In den Wahlkreisen Ludwigsburg und Neckar-Zaber haben die Wählerinnen und Wähler eine deutliche Botschaft gesendet: Sie wollen einen politischen Kurswechsel im Bund – und setzen auf konservative und rechtspopulistische Parteien.

Über 30 Prozent der Wähler im Landkreis stimmten für die CDU und damit für Friedrich Merz als neuen Bundeskanzler – mehr als im bundesweiten Schnitt. Besonders auffällig ist der starke Zugewinn der AfD: Im Wahlkreis Ludwigsburg legte sie um 8,5 Prozent zu, in Neckar-Zaber sogar um 10,2 Prozent. Der bundesweite Rechtsruck macht auch vor Ludwigsburg nicht halt – eine Entwicklung, die vor allem Menschen mit Migrationshintergrund beunruhigt.

2. Linke Szene am Scheideweg

Seit Jahren engagieren sich zahlreiche Gruppen und Vereine in Ludwigsburg gegen Rassismus. Doch die Szene wirkt zusehends zersplittert. Während in anderen Städten vor der Wahl Tausende Menschen gemeinsam für Vielfalt auf die Straße gingen, blieb es in Ludwigsburg auffallend still. Statt einer großen Kundgebung gab es lediglich mehrere kleinere Demos mit wenigen Hundert Teilnehmern. Ein trauriger Anblick, der dem großen Engagement in der Stadt nicht gerecht wird.

Hintergrund sind interne Streitigkeiten: Zwischen der Grünen Jugend sowie den Jusos und dem Bündnis gegen Rechts kriselt es. Auch innerhalb des Bündnisses gab es Unstimmigkeiten – drei Mitglieder des Lenkungskreises haben hingeschmissen. Das Bündnis scheint sich zu radikalisieren. Leider gilt der alte Spruch auch für Ludwigsburg: Wo zwei Linke sind, gibt es drei Meinungen und vier Gruppen.

3. Neuer alter Stadtbahn-Geschäftsführer

Die Spannung war groß, als das Landratsamt am Donnerstag den neuen Stadtbahn-Geschäftsführer präsentierte. Wer sich auf ein frisches Gesicht für das krisengeschüttelte Projekt freute, wurde enttäuscht. Der Neue-alte-Interims-Chef machts: Michael Ilk.

Angesichts des Ausblicks auf die kommenden Jahre, scheint Ilk die menschgewordene Zuversicht zu sein. Denn im Planungsteam wurde in der Vergangenheit gerne gegeneinander anstatt füreinander gearbeitet. An allen Ecken und Enden scheint es an der Kommunikation zu hapern. Auch von außen steht das Projekt unter anderem durch FDP und AfD im Kreistag immer wieder unter Beschuss.

Besonders schweißtreibend ist jedoch der Blick auf die neue Bundesregierung. Ob die geplante Förderquote von rund 90 Prozent bestehen bleibt, ist unklar. Fällt sie weg, könnte das ohnehin wackelige Kartenhaus der Stadtbahn endgültig zusammenbrechen.

4. Lauxmann macht den Allgaier

Von einem Interimsdauerbrenner zum nächsten. Auch Landrat Dietmar Allgaier wollte eigentlich nur vorübergehend Präsident des VfB Stuttgart sein, steht Ende März nun aber für ein langfristiges Engagement zur Wahl. Jetzt zieht Kornwestheims Oberbürgermeister Nico Lauxmann nach und will ebenfalls von der Tribüne des Neckarstadions in eines der unzähligen VfB-Gremien einziehen.

Lauxmann will im Vereinsbeirat im Bereich „Wirtschaft und Gesellschaft“ seine Erfahrung einbringen. Ihnen sei es wichtig, ein Ehrenamt zu bekleiden, erklären Lauxmann und Allgaier ihre Kandidaturen. Statt Nachbarschaftsverein, Rotes Kreuz oder Sportverein um die Ecke fällt ihre Wahl auf den größten Bundesligisten des Landes. Es ist wohl nur ein glücklicher Zufall, dass mit diesen Ämtern die öffentliche Wahrnehmung steigt, Kontakte geschaffen und Türen geöffnet werden.