Betrugsmasche Falsche Polizisten treiben in Stuttgart ihr Unwesen

Von red/len 

Zugegeben, die Geschichten, die sich falsche Polizeibeamte einfallen lassen, um das Geld älterer Menschen zu ergaunern, sind ganz schön originell. Erfolg haben die Verbrecher trotzdem selten.

Immer wieder werden ältere Menschen Opfer falscher Polizeibeamter. Zuletzt ist ein 78 Jahre alter Mann in aus Stuttgart-West auf die Betrugsmasche hereingefallen (Symbolbild).Foto: dpa

Stuttgart-West - Unbekannte Täter, die sich als Polizeibeamte ausgeben, haben in der jüngsten Vergangenheit erneut versucht, mit Anrufen bei älteren Menschen Geld zu ergaunern. Nach Angaben der Polizei waren die Täter in einem Fall erfolgreich. Offenbar belästigten sie einen 78 Jahre alten Mann aus Stuttgart-West im Zeitraum von Montag, 9. Juli, bis Freitag, 13. Juli, mit Anrufen. Sie gaukelten ihm vor, Polizisten zu sein, und erzählten ihm eine frei erfundene Kriminalgeschichte, in der sie unter anderem von angeblich kriminellen Bankmitarbeitern erzählten.

Schließlich brachten sie den Mann dazu, mehrere zehntausend Euro von der Bank abzuheben, und überzeugten ihn anschließend, es handele sich um Falschgeld. Der Mann händigte das vermeintliche Falschgeld – in der Annahme, er würde der Polizei helfen – einem unbekannten Mittelsmann aus, der sich ebenfalls als Polizist ausgab. Der Mann vertraute sich schließlich einem Bekannten an, der Anzeige bei der richtigen Polizei erstattete. Die Ermittlungen dauern an. Bei mindestens 45 weiteren Versuchen mit der gleichen Masche im genannten Zeitraum gingen die Täter leer aus. Sie scheiterten offenbar an dem gesunden Misstrauen der Angerufenen.

Falsche Beamte in Weil der Stadt

Auch in Weil der Stadt (Landkreis Böblingen) haben falsche Polizeibeamte ihr Unwesen getrieben. Durch eine zum Lüften geöffnete Tür haben sich zwei unbekannte Täter am Montag gegen 9.30 Uhr Zugang zu einem Einfamilienhaus verschafft. Im Obergeschoss des Hauses trafen sie auf den 86-jährigen Bewohner, gaben sich als Kriminalbeamte aus und zeigten einen angeblichen Dienstausweis vor.

Nachdem sie ihm von der Festnahme einer Einbrecherbande berichtet hatten, erfuhren die falschen Beamten von einem Möbeltresor im Haus. Sie ließen sich den Weg dorthin zeigen und rissen den Tresor kurzerhand aus der Verankerung. Mit dem Tresor flüchteten sie in Richtung Innenstadt und stiegen in einen weißen Kleinwagen, in dem ein Komplize auf sie wartete. Beide Täter waren etwa 40 bis 45 Jahre alt und dunkel gekleidet. Mit dem Diebesgut dürften die Täter allerdings wenig Freude haben, da sich weder Bargeld noch Wertsachen darin befanden.