Bei der Polizei hat sich bereits ein Opfer der neu aufgetretenen Masche gemeldet. Foto: dpa (Symbolbild)

Die Polizei warnt vor einer Betrugsmasche, die das Opfer teuer zu stehen kommen kann. Die Angerufenen meinen, es mit der Vollzugsbehörde zu tun zu haben. Doch zwei Tasten führen in die Kostenfalle.

Stuttgart - Eine Nachricht auf seinem Anrufbeantworter hat einen Stuttgarter misstrauisch gemacht: Eine schwer verständliche Stimme habe etwas von einer Vollzugsbehörde erzählt und den Angerufenen aufgefordert, eine Zifferntaste auf seinem Telefon zu betätigen. Der Mann aus Plieningen meldete den Zwischenfall der Polizei. Die warnt nun vor dieser Art Anrufe: Wer eine Taste drückt, wählt damit eine kostenpflichtige Warteschleife an. Es wurde eine Hamburger Nummer angezeigt.

Der Verein Mimikama warnt vor Stuttgarter Rufnummern

Die Geschichte, welche bei der Betrugsmasche am Telefon erzählt wird, ist immer ähnlich: Der Anrufer gibt sich als Vertreter einer Vollzugsbehörde aus und überbringt die Nachricht, es würde ein Pfändungsbeschluss vorliegen. Wer das außergerichtlich regeln will, soll die 1 drücken. Wer weitere Informationen braucht, die 2. Beide Tasten führen in die Kostenfalle.

So schildert auch das Internetportal des Vereins Mimikama die Vorgehensweise. Hinter dem Portal steht ein Verein, der unter dem Motto „Erst denken, dann klicken“ vor Betrügereien im Netz und am Telefon warnt. Während in Stuttgart mit Hamburger Nummer versucht wurde, Geld abzuzocken, kam den Betreibern in Österreich ein Fall zu Ohren, bei dem jemand mit Stuttgarter Nummer anrief. „Diese Masche ist bekannt“, sagt Andre Wolf von Mimikama. Weil mehrere Hinweise auf die Betrugsnummer eingegangen seien, habe die Redaktion entschlossen, einen Warnhinweis auf ihrer Seite www.mimikama.at zu veröffentlichen. Plakativ hat Mimikama dabei die Telefonnummer 07 11/2 99 90 60 ins Bild gerückt, die gemeldet worden war.

„Wir haben in den zurückliegenden Tagen eine Reihe von Hinweisen auf diese Masche erhalten“, sagt der Autor Andre Wolf. Deswegen habe man bei Mimikama entschieden, die Warnung zu bringen. Aus Datenschutzgründen könne er nicht sagen, wo der Anruf mit der Stuttgarter Nummer eingegangen sei. Die Tatsache, dass mehrere Hinweise kamen, deutet für Wolf und seine Kollegen darauf hin, dass die Betrüger derzeit häufig versuchen, mit dem Trick Beute zu machen. „Das ist immer so, dass wir das an der Frequenz der Meldungen merken“, erläutert Andre Wolf.

In Stuttgart hat die Polizei bisher nur den einen Anruf zu vermelden. Das könnte sich aber noch ändern, sagte ein Polizeisprecher. Denn manchmal würden Opfer den Betrug erst merken, wenn die Rechnung da ist, und die Tat dann anzeigen.

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