Mehr als 50 betrügerische Anrufe wurden der Polizei gemeldet. Foto: /

Wieder haben es Betrüger geschafft, eine Seniorin um ihr Erspartes zu bringen. Die Masche der falschen Polizeibeamten ist kein neues Phänomen. Dennoch hat der Fall ungewöhnliche Aspekte.

Stuttgart - Verdacht geschöpft hat die 79-jährige Frau, dass an der Geldübergabe an die Polizei wohl etwas faul sein könnte. Jedoch bemerkte die Seniorin aus dem Stuttgarter Osten das etwas zu spät: Die Täter, die sich als Polizisten ausgegeben hatten, hatten da ihre Beute schon abgeholt. Mehrere Zehntausend Euro hinterlegte die Frau für die Betrüger an einem zuvor vereinbarten Ort im Park. Es ist laut der Polizei der einzige Fall in der aktuellen Reihe von Anrufern mit der Masche der falschen Polizeibeamten, bei dem die Täter ihr Opfer tatsächlich zur Geldübergabe überreden konnten.

Ein Mann hatte die Frau angerufen und behauptet, er wäre Polizist und wüsste, dass in ihrer Nachbarschaft Einbrüche geplant seien. Deswegen sollte sie ihr Erspartes nehmen und aus Sicherheitsgründen an die Polizei übergeben. Die Frau nahm dem Anrufer die Geschichte ab. Sie legte am Sonntag und am Mittwoch größere Summen an den vereinbarten Übergabeort im Park. Dort holten die Täter das Ersparte der Seniorin ab.

Nach zwei Geldübergaben schöpft die Frau verdacht

Nachdem sie zum zweiten Mal Geld in den Park gebracht hatte, meldete sich die Frau bei der echten Polizei. Sie gab über Notruf die Stelle im Park durch, zu der sie das Geld gebracht hatte. Die Polizei fuhr umgehend dorthin, aber das Ersparte der Frau war schon weg.

Die 79-Jährige war eine von mehr als 50 überwiegend älteren Personen, die in der aktuellen Welle betrügerische Anrufe erhielten, sagt die Polizeisprecherin Monika Ackermann. Die Welle sei ungewöhnlich lang gewesen. Sie habe in der vergangenen Woche am Mittwoch begonnen und sei erst an diesem Donnerstag abgeebbt, sagt die Pressesprecherin. Einen Ablageort zu vereinbaren anstatt einen Boten zu schicken, das sei bei dieser Art des Betrugs inzwischen keine Seltenheit mehr. So würde vermieden, dass ein Bandenmitglied gesehen werde und die Opfer den Boten der Polizei beschreiben können.

Die Polizei rät, bei Anrufen dieser Art aufzulegen und umgehend die echte Polizei zu verständigen, damit diese eine Warnung veröffentlichen kann. Auf keinen Fall solle man die Rückruftaste drücken, auch wenn die 110 im Display stehe. Dann lande man wieder bei den Betrügern.

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