Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas will mehr Menschen den Zugang zu einer Betriebsrente verschaffen. Foto: dpa/Frank Rumpenhorst

Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas will die Betriebsrenten stärken. Richtig so – auch wenn es nicht alle Probleme löst, kommentiert Tobias Peter.

Auf zwei Beinen steht man besser, lautet das Sprichwort. In der Rente sind es gleich drei. Idealerweise kann der Einzelne neben der gesetzlichen Rente auch auf eine Betriebsrente und private Vorsorge zurückgreifen. Doch das Leben ist in der Realität eben oft nicht ideal. Viele, die sich eine private Vorsorge kaum leisten können, haben auch keine betriebliche. Deshalb ist es gut, dass Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas mit einem Gesetz nun die Betriebsrenten stärken will.

 

Dabei geht es zentral um zwei Dinge. Erstens soll auch den Betrieben, die nicht tarifgebunden sind, erleichtert werden, Betriebsrenten anzubieten. Das ist ein gangbarer Weg, um möglichst vielen Menschen eine bessere Altersvorsorge zu ermöglichen. Das ist nur fair – und mit Blick auf das Ziel, Altersarmut zu vermeiden, ein richtiger Schritt.

Es muss sich für den Einzelnen lohnen

Zweitens geht es, grob gesagt, auch darum, höhere Renditen zu ermöglichen – wenn auch bei etwas höherem Risiko. Das widerspricht zwar der deutschen Sicherheitsmentalität, ist aber vernünftig, wenn man bedenkt, dass die Betriebsrente eine Ergänzung zur gesetzlichen Rente, also eines von drei Beinen, sein soll. Attraktiv ist sie für den Einzelnen nur, wenn sie auch die Chance bietet, einen spürbaren Unterschied zu machen. Sonst lohnt sich die Sache am Ende zu wenig.

Die schwarz-rote Bundesregierung geht unter der Führung der Sozialdemokratin Bas bei den Betriebsrenten in eine richtige Richtung. Dass bei der Rente das zweite Bein nun etwas gestärkt wird, ändert aber nichts daran, dass das erste – die gesetzliche Rentenversicherung – offensichtlich kränkelt. Die Alterung der Gesellschaft stellt das bisherige Rentensystem vor riesige Herausforderungen. Hier darf sich die Politik nicht länger vor einer ehrlichen Diskussion und der Suche nach dauerhaft tragfähigen Lösungen drücken.