Uwe Hück war etliche Jahre Betriebsratschef von Porsche. Nun wird überprüft, ob das Unternehmen ihm ein zu höhes Gehalt bezahlte. Foto: dpa

Die Betriebsratsvergütung bei Porsche ist wenig durchschaubar und wirft Fragen auf. Es ist sinnvoll, dass die Ermittler das nun unter die Lupe nehmen, meint StN-Autor Klaus Köster.

Stuttgart - Haben Firmen die Justiz im Haus, greift bei allen ein Reflex, der jegliche Rivalität zwischen ihnen überwindet. Egal ob Daimler oder VW, Porsche oder Audi – keiner gibt mehr öffentliche Erklärungen ab. Zu groß ist die Sorge, sich angreifbar zu machen. Ex-Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück machte da eine seltene Ausnahme. Er erklärte kurz nach der Razzia wegen möglicherweise überhöhter Zahlungen an ihn, sein Gehalt sei „sauber“. Wenig später sagte er unserer Zeitung, wie er das meint: Er habe sich einst als Leiter der Lackiererei beworben und sei auch genommen worden. Somit, so die Botschaft, stehe ihm auch als Betriebsrat ein höheres Gehalt zu.

 

Hück gilt in dem Verfahren nicht als Beschuldigter, sondern als Zeuge – dennoch hängt auch für ihn viel davon ab, ob er vom Vorstand, gegenüber dem er die Beschäftigten vertrat, zu viel Geld bekommen hat. Schließlich dürfen Betriebsräte finanziell nicht besser gestellt werden als ihre Kollegen mit vergleichbarer beruflicher Qualifikation – schon um den Verdacht der Kumpanei zu entkräften.

Hück rückt nur Puzzlebausteine heraus

Doch es reicht nicht aus, wenn Hück nun einzelne Puzzleteile herausrückt, die in das Bild passen, das er von sich zeichnen möchte. Denn nach wie vor stellt sich die Frage, ob die theoretische Karriere des gelernten Malers und Lackierers, nach der sich sein Gehalt bemisst, auch deshalb so traumhaft ausgefallen ist, weil er Betriebsrat war. Sein Daimler-Kollege Michael Brecht, der sich durch ein anspruchsvolles Managementstudium beruflich fortbildete, liefert da schon eine deutlich solidere Begründung für ein hohes Gehalt. Dennoch verdiente Hück offenbar wesentlich mehr als Brecht, der zehnmal so viele Mitarbeiter vertritt. Es ist somit schon gut, dass die Ermittler in Zuffenhausen nach dem Rechten schauen.

klaus.koester@stuttgarter-nachrichten.de