Anfang 2018 könnten die Arbeiten auf dem Gelände des Betriebshofs wohl beginnen. Foto: Torsten Ströbele

An der Deckerstraße sollen elf Millionen Euro investiert werden, um den Betriebshof neu zu ordnen. Die detaillierte Konzeption wird derzeit noch erarbeitet. Am Mittwochabend hat nun der Bezirksbeirat mehrheitlich gefordert, dass die Bürger über die Pläne an der Deckerstraße im Rahmen einer Informationsveranstaltung in Kenntnis gesetzt werden sollen.

Bad Cannstatt - Die Pläne der Stadtverwaltung, den Betriebshof an der Deckerstraße für rund elf Millionen Euro neu zu ordnen, haben in der jüngsten Sitzung des Bezirksbeirats für Diskussionen gesorgt. Am Mittwochabend forderte Peter Mielert (Bündnis 90/Die Grünen), dass die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt und Technik des Gemeinderats die weiteren Planungen solange nicht an ein Architekturbüro vergeben sollen, bis die Bürger und Lokalpolitiker über die neue Konzeption an der Deckerstraße informiert worden sind. Die Stadträte wollen eigentlich am 29. November das Büro „asp Arat Schust GmbH & Co KG“ mit Sitz in der Talstraße mit den weiteren Planungen beauftragen. „Das Thema Betriebshof kommt in der nächsten oder übernächsten Sitzung zu uns“, betonte Bezirksvorsteher Bernd-Marcel Löffler am Mittwochabend. Doch das sei frühestens im Dezember. Zu spät für Peter Mielert. „Ich beantrage, dass es auf dem Betriebshof eine Informationsveranstaltung gibt, ehe abgestimmt wird“, sagte der Grünen-Politiker. Mit 10:9-Stimmen wurde sein Antrag angenommen. Nun sind die Stadträte am Zug, die sich nicht zwingend an die Entscheidung des Bezirksbeirates halten müssen.

Eigentlich hätten die weiteren Planungen schon in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik am 15. November an das Architekturbüro vergeben werden sollen. Björn Peterhoff (Grüne) bat allerdings um eine Vertagung des Beschlusses um zwei Wochen. Seine Fraktion habe noch Fragen zu den genauen Nutzungen und dem Raumprogramm am Standort Deckerstraße und zu den Auswirkungen auf die Wohnbebauung hinsichtlich Verkehr und Lärm. Zudem könnten die Kosten in Höhe von elf Millionen Euro nicht nachvollzogen werden. Bürgermeister Dirk Thürnau sagte, dass man dem mehrheitlichen Wunsch, die Auftragsvergabe zu verschieben, entsprechen könne. Die Zeit dränge allerdings, weil man anstrebe, auf einen Interimsstandort für das Garten-, Friedhofs- und Forstamt zu verzichten.

Anwohner befürchten zusätzliche Belastungen an der Deckerstraße

Ulrich Klenk, der Leiter des Hochbauamtes ergänzte, dass die Vorlage zum Vorprojektbeschluss derzeit noch erarbeitet werde und dann in den Referatsumlauf gehe. Sie werde vermutlich noch bis Ende des Jahres vorgelegt und alle Fragen zur Nutzung, zum Raumprogramm, zu den Lärmauswirkungen und zur zeitlichen Abfolge behandeln.

Nach der Berichterstattung in dieser Zeitung über die Pläne der Stadtverwaltung an der Deckerstraße haben sich zahlreiche Anwohner bei Peter Mielert gemeldet. „Das Thema hat für große Unruhe gesorgt. Die Nachbarn befürchten zusätzliche Belastungen“, sagte Mielert.

Auf der etwa 7500 Quadratmeter großen Fläche an der Deckerstraße sollen einige Gebäude saniert, andere wiederum abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden. Derzeit wird der Betriebshof in Bad Cannstatt vom Tiefbauamt genutzt. Die Baubetriebsstelle und der zentrale Lagerplatz für die Dienststelle Neckar ist dort angesiedelt. Künftig soll auch das zentrale Baumpflegeteam und der Pflegebetrieb Mitte des Garten-, Friedhofs- und Forstamts in Bad Cannstatt Platz finden. Der Umzug vom Standort Sickstraße/Villa Berg ist beschlossene Sache. Auf den dort frei werdenden Flächen sollen Wohnungen entstehen. Zudem ist geplant, das Sachgebiet Parkscheinautomaten und den Bereich Fahrtreppen des Tiefbauamtes an die Deckerstraße zu verlagern. Momentan sind diese Bereiche auf dem Betriebshof an der Gingener Straße in Wangen zu finden. An diesem Standort möchte sich der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft Stuttgart erweitern.

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