Die Gebühren für die Betreuung von Grundschülern wird in Kornwestheim teurer. Foto: Uwe Anspach/dpa

Für die städtische Betreuung von Grundschülern verlangt die Stadt Kornwestheim künftig höhere Beiträge. Dennoch bleibt der Protest der Elternvertreter aus.

Für Eltern von Grundschülern wird es in Kornwestheim vom kommenden Schuljahr an teurer. Zumindest dann, wenn die städtischen Betreuungsangebote in Anspruch genommen werden. Um das bundesweite Recht auf Ganztagsförderung umzusetzen, hat der Gemeinderat mehrere Änderungen beschlossen.

 

Erstmals zum 1. September 2026 sollen die Betreuungsgebühren um 5 Prozent erhöht werden. Beschlossen wurde auch eine automatische jährliche Anhebung in dieser Größenordnung für die darauffolgenden fünf Jahre, also bis zum Ende des Schuljahres 2030/2031. Beibehalten wird die Staffelung der Preise, die die jeweilige Familiengröße und die Dauer der Betreuung berücksichtigt.

Höhere Beiträge in Nachbarkommunen

Nach Angaben der Verwaltung decken die Gebühren aktuell nur rund 24 Prozent der Gesamtausgaben. Dieser Wert wird durch die Erhöhung voraussichtlich nur um 2 Prozent steigen, weil die Stadt mit höheren Personalkosten kalkulieren muss.

Wie die Verwaltung schreibt, liegen die Elternbeiträge „hochgerechnet auf ein Schuljahr in den Nachbarkommunen Ludwigsburg, Bietigheim, Remseck und Marbach zwischen 500 und 1000 Euro pro Jahr über den Kornwestheimer Gebühren“. Vollständig vergleichbar seien die Beiträge allerdings nicht, weil sich die Betreuungszeiten zwischen den Kommunen unterscheiden, gibt der zuständige Fachbereich zu bedenken.

Auch bei der Ferienbetreuung wird es künftig Veränderungen geben. Der Gemeinderat hat beschlossen, die dafür anfallenden Gebühren vom 1. September 2026 an von 55 auf 72,50 Euro zu erhöhen. In den fünf Folgejahren sollen sie um weitere 5 Prozent steigen. Gleichzeitig wird die tägliche Betreuungszeit ab dem kommenden Schuljahr von zehn auf acht Stunden reduziert.

Gesamtelternbeirat trägt Änderungen mit

Obwohl sich die Beschlüsse nicht zum Positiven für die betroffenen Familien auswirken, trägt der Kornwestheimer Gesamtelternbeirat (GEB) Schulen die Änderungen mit. „Da eine letzte Anhebung im Jahr 2017 erfolgte, ist dieser Schritt durchaus vertretbar“, heißt es in seiner Stellungnahme.

Der Anstieg der Gebühren sei jedoch „die maximale zumutbare Erhöhung für Familien“. Der GEB wünscht sich zudem im Anschluss eine Preisstabilität über einen längeren Zeitraum. Dass die Früh- und Spätbetreuung in der aktuellen Form beibehalten wird, begrüßen die Elternvertreter. Diese Betreuungsangebote seien für viele Familien wichtig.