Gerade bei der Kleinkind-Betreuung haben einige Bezirke noch Nachholbedarf. Foto: dpa

Die Stadtbezirke am Neckar schneiden bei der Betreuungsquote teils sehr unterschiedlich ab. Überdurchschnittlich gut versorgt ist Münster. Dafür gibt es eine relativ einfache Erklärung.

Neckarvororte - Die Stadt hat die neuesten Zahlen zur Kinder-Betreuungssituation veröffentlicht. Wenn es um die Betreuung der unter Dreijährigen geht, schneiden die Bezirke am Neckar recht unterschiedlich ab. Die Spannbreite reicht von Münster, das mit 47,5 Prozent den drittbesten Versorgungsgrad (Stand März 2014) im gesamten Stadtgebiet erreicht, bis hin zu Untertürkheim, das mit einer Betreuungsquote von 16,9 Prozent das städtische Schlusslicht bildet. Aktuell hat kein Bezirk einen noch geringeren Versorgungsgrad.

Dass das Betreuungsangebot für Kleinkinder in Münster überdurchschnittlich ist, führt die Verwaltung in erster Linie auf die Kindertageseinrichtung des TV Cannstatt mit ihren 20 Kleinkind-Plätzen zurück. Diese liegt zwar in Münster, dort werden aber Kinder aus der ganzen Stadt betreut. Ohne diese überörtliche Einrichtung stehen für Kleinkinder aus Münster nur 56 Plätze zur Verfügung, was einem Versorgungsgrad von 35 Prozent entspricht. Der Wartelistenabgleich zeigt zudem, dass der Bedarf an Betreuungsplätzen für Kleinkinder nicht in allen Bezirken gleich ist. Während in Münster für 64 Prozent der Kleinkinder ein Platz benötigt wird, sind es in Untertürkheim nur 39 Prozent.

Untertürkheim bleibt das Schlusslicht

Für Münster und Wangen wurden aktuell keine zusätzlichen Plätze für unter Dreijährige beschlossen, in den übrigen Bezirken am Neckar soll das Betreuungsangebot dagegen weiter ausgebaut werden. In Bad Cannstatt sind 437 zusätzliche Kleinkind-Plätze geplant, in Mühlhausen 75, in Hedelfingen 35, in Untertürkheim 25 und in Obertürkheim 10. Wenn alle beschlossenen Plätze umgesetzt sind, löst Bad Cannstatt Münster als Betreuungs-Spitzenreiter am Neckar ab. Die Sauerwasserstadt verfügt dann bei der Kleinkindbetreuung über einen Versorgungsgrad von 52 Prozent, dicht gefolgt von Mühlhausen mit 49 Prozent und erst danach kommt Münster mit 48 Prozent. Untertürkheim bleibt dagegen mit 22 Prozent auch nach der Umsetzung aller beschlossenen Plätze betreuungstechnisch das Schlusslicht der Stadt.

b>Bedarf bleibt nicht konstant

Vergleicht man den Versorgungsgrad in den einzelnen Bezirken nach Umsetzung der beschlossenen Plätze mit den Wartelisten zeigt sich, dass Bad Cannstatt und Mühlhausen dann sogar leicht über dem Bedarf liegen. Es gibt also mehr Plätze als benötigt werden. In Obertürkheim ist die Zahl der Fehlplätze mit 18 Prozent im Vergleich zu den übrigen Neckarvororten unterdessen am höchsten, dicht gefolgt von Münster, Untertürkheim und Wangen mit jeweils 17 Prozent.

Die Verwaltung weist allerdings auch daraufhin, dass der Bedarf an Kleinkindbetreuungsplätzen in den einzelnen Bezirken in den kommenden Jahren nicht konstant bleiben wird. In Bad Cannstatt zum Beispiel sei aufgrund von Neubaugebieten wie etwa dem Neckarpark mit erhöhten Kinderzahlen zu rechnen.

Bei der Betreuung der drei bis sechs Jahre alten Kinder ist der Versorgungsgrad in allen Bezirken deutlich höher. Unterschiede gibt es aber auch hier. Während die Betreuungsquote in Bad Cannstatt, Mühlhausen, Münster und Hedelfingen bei 100 Prozent und sogar darüber liegt, ist sie in den Bezirken Untertürkheim (97 Prozent), Wangen (95 Prozent) und Obertürkheim (84 Prozent) geringer. Vergleicht man die Zahl der Ganztagsplätze für diese Altersklasse in den Bezirken am Neckar schneidet Mühlhausen mit einer Quote von 85 Prozent am besten ab. Das Schlusslicht bildet auch in diesem Fall wieder Untertürkheim mit 27 Prozent.

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