Im Backnanger Wonnemar sollen bald wieder die Lichter angehen. Foto: Gottfried Stoppel

Zwei Tage nach Bekanntgabe der regulären Insolvenz verkündet der Insolvenzverwalter einen Investor für die Betreibergesellschaft des Backnanger Erlebnisbads. Dieser will jetzt schnell mit der Stadt verhandeln.

Backnang - Am Mittwoch noch hat die Betreibergesellschaft Interspa, die unter anderem für das Backnanger Erlebnisbad Wonnemar verantwortlich zeichnet, ihren Übergang in die reguläre Insolvenz bekannt gegeben. Nur zwei Tage später verkündet nun der Insolvenzverwalter, Jochen Sedlitz von der Kanzlei Menold Bezler, dass die Stuttgarter Interspa-Gruppe wesentliche Firmenanteile an einen „strategischen Investor“ veräußert habe. Den Namen des Käufers will Sedlitz nicht verraten, dieser wolle vorerst nicht genannt werden. Nur so viel: es handele sich um einen „deutschen Investor mit Branchenerfahrung“.

Mitarbeiter sollen übernommen werden

Für das Bad in Backnang sei eine Übernahme aller Mitarbeiter vorgesehen, 70 waren es laut Angaben der Interspa zuletzt gewesen. Außerdem solle „zeitnah“ ein Insolvenzplan aufgestellt werden. Da das Bad der Stadt gehört und die Interspa „nur“ der Betreiber war, werde es dort in den nächsten Wochen „eine mit der Stadt abgestimmte Lösung“ geben. Wie genau diese aussieht, lassen beide Verhandlungspartner noch offen. Der Backnanger Gemeinderat hat am Donnerstagabend darüber erst einmal in nicht-öffentlicher Sitzung diskutiert.

Die Betreibergesellschaft war vor allem durch die coronabedingte Schließung der Bäder im Frühjahr in finanzielle Schieflage geraten. Im Herbst hatte man noch gehofft, das eingeleitete Insolvenzverfahren in sogenannter Eigenverantwortung stemmen zu können. Doch dann kam der neuerliche Lockdown.

Weiter reichende Folgen als in der Murrstadt hat der nun angekündigte Deal an anderen Standorten. Demnach kauft der Investor auch die bisher insolvenzfreien Besitzgesellschaften der Wonnemar-Erlebnisbäder: in Wismar einschließlich des dazu gehörigen Hotels, in Sonthofen, Bad Liebenwerda und Marktheidenfeld. Für die Standorte Wismar sowie Sonthofen würden auch die Betriebe einschließlich der Mitarbeiter übernommen. Zeitgleich habe sich der Insolvenzverwalter auch mit der Stadt Ingolstadt geeinigt. Hier gehe das Wonnemar zurück an die Kommune, die ebenfalls sämtliche Mitarbeiter übernehme und die begonnene „Attraktivierung“ fertigstelle.

Das Ziel ist die baldige Wiedereröffnung

„Ich bin sehr froh, dass es mit großen Anstrengungen gelungen ist, in diesen schwierigen Zeiten und einem komplexen Umfeld doch noch eine Lösung zu erreichen, welche einen wesentlichen Teil der Arbeitsplätze erhält“, so der Insolvenzverwalter Sedlitz. Und der Hauptgesellschafter und Geschäftsführer der Interspa-Gruppe, Volker Kurz, hofft: „Ich gehe jetzt davon aus, dass sich die Situation insgesamt beruhigt und man die Wiedereröffnung vernünftig planen kann.“

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