Gehälter der Chefs von Klinikum und Co. Kuhn weit entfernt von Topverdienern

Von Konstantin Schwarz 

Am  Klinikum gab es trotz schlechter Zahlen gute Gehälter. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Am Klinikum gab es trotz schlechter Zahlen gute Gehälter. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

In ihrem Beteiligungsbericht veröffentlicht die Landeshauptstadt die Gehälter der Geschäftsführer ihrer Beteiligungsgesellschaften. Besonders üppig wird beim Flughafen verdient. Und am Klinikum.

Stuttgart - Die Landeshauptstadt hat einen großen Teil ihrer Aufgaben in Beteiligungsunternehmen und Eigenbetriebe ausgelagert. Die Geschäftsführer der 36 Unternehmen mit 11 800 Mitarbeitern zählen zu den Topverdienern im Konzern Stadt. In dieser Liga wird selbst für OB Fritz Kuhn (Grüne) mit einem Jahresbrutto von rund 187 000 Euro (2018) die Luft dünn.

Die Rangliste der Spitzenverdiener führten 2016 – neuere Zahlen gibt es nicht – jene an, die eine professionelle Beziehung zu großen Summen pflegen: Die sechs Vorstandsmitglieder der Landesbank (LBBW), an der die Stadt 19 Prozent hält, strichen laut städtischem Beteiligungsbericht samt Erfolgshonorar 7,8 Millionen Euro ein. Der damalige Vorstandschef Hans-Jörg Vetter, im November 2016 von Rainer Neske beerbt, bekam zwischen 1,5 und zwei Millionen Euro aufs Konto, drei Vorstände erhielten je eine bis 1,5 Millionen. Genauer will das Geldhaus in seinem Vergütungsbericht nicht werden. Den Bonusanteil gibt die LBBW über mehrere Jahre. Dabei wird die Auszahlung je nach Jahr mit 8,8 (Bonus aus 2013) bis 1,1 Prozent (2015) verzinst.

Der Chefjob am Flughafen ist gut dotiert

Gehaltsmäßig weit weg von den LBBW-Überfliegern sind die Flughafen-Geschäftsführer. Dennoch schweben sie in großer Höhe. Georg Fundel strich in seinem vorletzten Amtsjahr 340 000, Co-Geschäftsführer Walter Schoefer 328 000 Euro ein. Zwischen das Flughafen-Duo schob sich Messe-Chef Ulrich Kromer. Im Jahr 2014 musste er sich noch mit 252 000 Euro zufrieden geben, zwei Jahre später gab es dank guter Geschäftszahlen 30 Prozent mehr, nämlich 329 000 Euro. Das war fast ausschließlich dem Erfolgsanteil geschuldet, der von 29 000 auf 96 000 Euro deutlich wuchs.

Während Fundel und Schoefer sowie die LBBW-Spitze zusätzlich auf eine nicht zu unterschätzende Pensionszusage bauen können, muss Kromer für sein Altenteil genauso selbst ansparen wie sein Geschäftsführer-Kollege Roland Bleinroth (302 000 Euro) und viele weitere Chefs.

Nicht alle Chefs haben Pensionszusagen

Wolfgang Arnold, Vorstandssprecher der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) muss sich um seine Pension dagegen nicht sorgen. Er hat einen Altvertrag mit entsprechender Zusage. Im Herbst seines Arbeitslebens (Arnold feierte am 17. Dezember 2017 seinen 67. Geburtstag und bleibt bis 68 bei den SSB) leuchtet sein Gehaltszettel golden. Die dreijährige, von Kuhn erbetene Verlängerung, lässt sich Arnold bezahlen: Im Vergleich mit 2014 erhielt er zusätzlich 16 Prozent beziehungsweise 299 000 Euro. Die Co-Vorstände Sabine Groner-Weber (Personal, 262 000 Euro) und Stefanie Haaks (Finanzen, 231 000 Euro) halten eine respektablen Abstand zum SSB-Vorstandssprecher.

Zwischen die SSB-Chefetage sortiert sich Olaf Kieser. Er trat im April 2016 die Nachfolge von Michael Maxelon als Stadtwerke-Chef an. Und kassierte für die ersten neun Monate 265 000 Euro. Sein Fixum solle bei 320 000 Euro im Jahr liegen, hieß es damals. Co-Geschäftsführer Martin Rau kam für das ganze Jahr auf 253 000 Euro.

Stadt trennte sich von Geschäftsführer

Umgerechnet auf die Zahl seiner Arbeitstage im Jahr 2016, die mit dem 17. März endeten, legte der Geschäftsführer des Stuttgarter Klinikums, Ralf-Michael Schmitz, eine fulminante persönliche Einkommensbilanz hin. 216 000 Euro bekam er für die 53 Arbeitstage bis zur vorzeitigen Vertragsauflösung. Pro Tag musste Schmitz also 4075 Euro versteuern. Weil sein Vertrag noch Jahre lief, die Stadt aber auf die Trennung pochte, umfasste der Goldene Handschlag für ihn 900 000 Euro. Die fließen wohl über mehrere Jahre, plus Pension. Dazu findet sich im Beteiligungsbericht aber kein Wort.

Knapp unter der Schwelle von 200 000 Euro rangieren die Chefs der stadteigenen Wohnungsbaugesellschaft SWSG. Helmuth Caesar erhielt 194 000 Euro, Samir Sidgi 179 000 Euro. Sidgi musste sich mit deutlich weniger bescheiden als sein Vorgänger Wilfried Wendel (223 000 Euro). Gehaltsmäßig zwischen Caesar und Sidgi passt der Geschäftsführer der Marketinggesellschaft in.Stuttgart, Andreas Kroll mit 183 000 Euro. Noch weiter unten in der Gehalts-Hitliste finden sich Sabine Bergmann-Dietz vom Eigenbetrieb Leben und Wohnen der Stadt mit 144 000 Euro, die beiden VVS-Geschäftsführer Thomas Hachenberger und Horst Stammler mit zusammen 289 000 Euro (die Aufteilung bleibt unklar) und Thomas Heß vom Eigenbetrieb Abfallwirtschaft mit 137 000 Euro. Knapp dahinter ist Karsten Strähle von der Hafengesellschaft mit 129 400 und Alexander Albrand von den Bäderbetrieben mit hochgerechnet 120 000 Euro.

Am Kunstmuseum nur 100 000 Euro

Nur noch eben sechsstellig, und das bereits seit dem Jahr 2012 unverändert, ist die Dotierung der Kunstmuseums-Direktorin Ulrike Gross. Ihre Arbeit war der Stadt im Jahr 2016 genau 100 000 Euro wert.

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