Thriller und historische Romane produziert er wie am Fließband: der britische Schreib-Unternehmer Ken Follett Foto: dpa/Herbert Neubauer

Der britische Autor Ken Follett setzt mit einem neuen Titel die erfolgreiche Kingsbridge-Reihe fort. Er sieht in dem historischen Roman Parallelen zur Gegenwart: Das Buch zeige, „wie elendig die Situation sein kann, wenn man keinen Rechtsstaat hat“, sagte Follett und verwies auf die Lage in den USA unter Präsident Donald Trump.

London - Der britische Bestsellerautor Ken Follett („Die Säulen der Erde“, „Die Jahrhundert-Saga“) sorgt sich um die Zukunft des Rechtsstaats. „Ich fürchte, dass die Populisten leichtes Spiel haben. Ich bin oft sogar schockiert, wie einfach Menschen sich betrügen lassen“, sagte der 71-Jährige im Interview der Deutschen Presse-Agentur. „Schauen Sie auf die amerikanische Politik. 40 Prozent denken immer noch, dass Donald Trump als Präsident gute Arbeit macht. Ich verstehe es einfach nicht.“

Sein neuer Roman „Kingsbridge – Der Morgen einer neuen Zeit“ zeige, „wie elendig die Situation sein kann, wenn man keinen Rechtsstaat hat“, sagte Follett. „Ist es nicht faszinierend, dass wir den Rechtsstaat als etwas völlig Selbstverständliches ansehen? Und jetzt kommen Politiker wie in Polen oder auch Trump, und akzeptieren das einfach nicht mehr.“

Vor 30 Jahren erschien „Die Säulen der Erde“

Follett sagte, er sei sehr besorgt über die Zukunft. „Das, was bislang immer als klare Regeln galt, wird mehr und mehr infrage gestellt. Und denken Sie an den Klimawandel, wo wir momentan komplett versagen und eine Menge Zeit verschwenden. Eigentlich bin ich ein Optimist. Aber momentan nicht, wenn ich an die Zukunft unseres Planeten denke.“

Ken Follett erzielte vor dreißig Jahren mit dem historischen Roman „Die Säulen der Erde“ über den Bau einer Kathedrale in dem fiktiven Ort Kingsbridge im mittelalterlichen England des 12. Jahrhunderts einen großen Erfolg – die Geschichte der Kathedrale von Salisbury gilt als Vorbild für den Roman. Mit den Titeln „Die Tore der Welt“ (2007) und „Das Fundament der Ewigkeit“, 2017) setzte er die Kingsbridge-Reihe fort. Sein neues Buch, das an diesem Dienstag erscheint, spielt etwa 140 Jahre vor der im Auftakt-Band behandelten Epoche.

Laut einer Umfrage des ZDF vor einigen Jahren ist „Die Säulen der Erde“ das drittbeliebteste Buch der Deutschen, nur geschlagen von der Bibel und dem „Herrn der Ringe“.

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