In Riedenberg gibt es nur etwa 200 Grabstellen. Foto: Caroline Holowiecki

In Stuttgart-Sillenbuch gibt es vier Friedhöfe, doch nicht alle sind gleich groß und gleich gut ausgelastet. Nur auf einem gibt es alternative Grabformen. Ein Überblick.

Sillenbuch - Gleich vier Friedhöfe gibt es im Stadtbezirk Sillenbuch, und ein jeder hat seine eigene Geschichte. Der älteste Friedhof im Bezirk, der in Heumaden, feierte vor zwei Jahren sein 150-Jahr-Jubiläum. 1868 wurde er eröffnet. Der in Alt-Sillenbuch wurde erst etwas später, um 1870, in Betrieb genommen, das Riedenberger Pendant ist nochmals zehn Jahre jünger, und der Ostfilderfriedhof entstand sowieso erst in den 60ern des 20. Jahrhunderts.

Der Jüngste ist längst zum Hauptfriedhof im Bezirk geworden. Auf dem parkähnlichen 7,4 Hektar großen Gelände habe schon Prominente ihre letzte Ruhe gefunden, etwa Manfred Rommel, der Bienzle-Darsteller Dietz-Werner Steck oder das RAF-Opfer Hanns-Martin Schleyer. 160 Beerdigungen finden pro Jahr im Mittel statt. Und Platz gibt es auch noch reichlich. Von den etwa 3900 Grabstätten sind derzeit noch 700 frei. Die anderen Friedhöfe können da nicht mithalten.

Nur etwa 30 Gräber sind momentan frei

Zum Vergleich: Auf dem Friedhof in Alt-Sillenbuch stehen nur etwa 750 Grabstätten zur Verfügung, 300 davon können derzeit noch belegt werden. In Heumaden sind von den gut 600 Grabstellen aktuell etwa 110 frei. Wer sich wünscht, einmal in Riedenberg beerdigt zu werden, könnte Gefahr laufen, dass dieser Wunsch nicht in Erfüllung geht. Der idyllisch am Ortsrand gelegene Friedhof ist mit etwa 200 Grabstellen die kleinste kommunale Begräbnisstätte in Stuttgart. Und dort werden die Gräber knapp. Nur etwa 30 sind momentan frei. Die CDU-Fraktion aus dem Bezirksbeirat interessiert sich fürs Thema. Für die kommende Sitzung hat sie eine Anfrage vorbereitet, um sich ein Bild von Angebot und Nachfrage in puncto Gräber zu machen.

„Es ist der nachvollziehbare Wunsch vieler Menschen, nach ihrem Tod in ihrem Heimatstadtbezirk bestattet zu werden“, heißt es. Und: Der Sarg ist zunehmend out. Urnen haben ihm längst den Rang abgelaufen, und mehr Menschen wünschen sich alternative Ruhestätten. „Inwieweit können die Nachfragen nach den verschiedenen Grabarten im Stadtbezirk befriedigt werden?“, will die Fraktion wissen. Die Antwort vorab: Vieles gibt es einfach nicht in Sillenbuch. „Es gibt derzeit nur auf dem Pragfriedhof ein Kolumbarium“, teilt der Verwaltungssprecher Martin Thronberens fürs Fachamt mit, muslimische Gräber mit der Ausrichtung nach Mekka wiederum sind nur auf dem Hauptfriedhof in Bad Cannstatt verfügbar.

Das Konzept des „grünen Friedhofs“

Was er indes betont: Die Stadt verfolgt das Konzept des „grünen Friedhofs“, weshalb stadtweit viele Rasen- und Baumgräber sowie Gemeinschaftsgrabanlagen als pflegefreie Alternativen angeboten werden. Rasengräber werden nur mit schlichter Liegeplatte geschmückt, Baumgräber erhalten Plaketten an Stämmen. Der Ostfilderfriedhof ist der einzige im Bezirk mit besonderen Angeboten. Dort kann man sich auf einem Rasen oder am Baum bestatten lassen. Martin Thronberens erklärt: „Die Gräber sind sehr gefragt.“ Neue Angebote seien daher ständig in der Prüfung.

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