Ennio Morricone ist wohl Opfer einer Interview-Fälschung geworden. Foto: dpa

Die letzten Zweifel scheinen ausgeräumt: das Interview mit Ennio Morricone im deutschen „Playboy“ war in brisanten Passagen gefälscht. Der Verlag will Strafanzeige gegen den freien Journalisten Marcel Anders erstatten.

Stuttgart - Aufgegriffen wurde die Nachricht weltweit: In einem Interview mit dem deutschen „Playboy“ nannte der 90-jährige Filmmusik-Maestro Ennio Morricone den amerikanischen Regisseur Quentin Tarantino, mit dem er schon gearbeitet hat, einen „Kretin“. Aufgegriffen wurde weltweit auch das zornige Dementi von Morricone, der beteuerte, solche Dinge nie gesagt zu haben. Anfangs stand der Burda-Verlag, in dem der „Playboy“ erscheint, noch zu dem gedruckten und ins Netz gestellten Text, den der renommierte freie Journalist Marcel Anders geliefert hatte.

Nun aber hat man den Text von der Website genommen, und „Playboy“-Chefredakteur Florian Boitin hat angekündigt, der Verlag werde Strafanzeige gegen Anders erstatten: „Vorsätzliche Verfälschungen in dem Interview stellten „einen nicht hinnehmbaren Verstoß gegen die journalistische Ethik dar“. Auch Anders selbst hat sich in einem kurzen Schreiben an Morricones Agentur zu der Affäre geäußert. Er habe „einen schrecklichen Fehler“ begangen: „Ich hätte mich an das geführte Originalinterview halten und nichts Falsches hinzufügen sollen.“

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