Sonnencremes mit Schutzfaktoren 30 und 50 sind besonders für Kinder geeignet, sowie für empfindliche Menschen und solche, die in Länder in Äquatornähe reisen, wo die Strahlung besonders hoch ist. Foto: dpa

Urlaubsbräune in Maßen ist attraktiv – aber zu viel Sonne verbrennt die Haut, lässt sie altern und kann zu Krebs führen. Also gilt: Sonnencreme nicht vergessen! Aber welche schützt gut? Eine Auswertung der Stiftung Warentest zeigt: Preislich gab es große Unterschiede zwischen den Mitteln - aber teuer heißt nicht zwangsläufig besser.

Was gilt es beim Kauf einer Sonnenmilch als Erstes zu beachten?
Das Wichtigste ist und bleibt der UV-Schutz. Vor allem Kinder brauchen eine Sonnenmilch mit einem Schutzfaktor von mindestens 30, besser 50. Der Faktor gibt an, um wie viel Mal sich die Eigenschutzzeit der Haut verlängert, heißt es in der Zeitschrift „test“ (7/2015). Denn ihre Haut muss ihre natürlichen Schutzmechanismen in den ersten 15 Lebensjahren selbst aufbauen. Babys sollten daher die Sonne möglichst komplett meiden. Auf einen hohen Schutzfaktor sollten auch hellhäutige Menschen achten – ihr Eigenschutz reicht zum Teil weniger als zehn Minuten, teilt die Deutsche Haut- und Allergiehilfe (DHA) mit. Auch Wassersportler und Kranke, die beispielsweise immundämpfende Medikamente einnehmen müssen, sollten einen hohen Lichtschutzfaktor verwenden. Gleiches gilt für Urlauber, die in Äquatornähe reisen – etwa nach Brasilien oder Südostasien. „Der UV-Schutz wird von den Herstellern sehr ernst genommen“, heißt es bei der Stiftung Warentest. „Die gesamte Schutzgarde hält die schädlichen ul­travioletten Strahlen auf Distanz.“
Sind teure Sonnencremes besser?
Nicht unbedingt. Die Stiftung Warentest hat sowohl Markenprodukte als auch Cremes und Sprays geprüft, die Eigenmarken von Drogerie- und Supermarktketten sind. Dabei schnitt die Sun Sonnenmilch Classic von Lidl und das Produkt Today Sun von Rewe und Penny – beide für knapp drei Euro zu haben – sogar besser ab als so manches Markenprodukt. Das gilt nicht nur bei der Einhaltung des Sonnenschutzes, sondern auch hinsichtlich ihrer feuchtigkeitsspendenden Eigenschaft. Auch lobten die Tester, dass sowohl das Lidl- als auch das Rewe-Produkt gut mit Keimen fertig werden – selbst wenn sie bereits angebrochen sind. Das Mittel Soleil Bronzer von Lancôme beispielsweise, das 35 Euro kostet, wurde zwar auch mit einer guten Note bewertet, allerdings ergaben Messungen, dass das Mittel der Haut nicht sonderlich gut Feuchtigkeit spendet.
Von welchen Produkten sollte man lieber die Finger lassen?
Schlecht bewertet wurde die Eco Sonnenlotion für sensible Haut und das Tiroler Nussöl. Problematisch bei dem Eco-Produkt ist, dass es nur mangelhaft gegen UVA-Strahlung schützt, die die Haut vorzeitig altern lässt. Die Sonnenmilch vom Tiroler Nussöl wurde mit der Note fünf bewertet. Sie bestand den Keimbelastungstest nicht. „Das heißt also, es ist mikrobiologisch nicht ganz sicher“, sagt Ina Bockholt von der Stiftung Warentest.
Was schützt besser: Sonnenmilch gesprüht aus einer Aerosoldose, Sonnenmilch aus der Tube oder Sonnenmilch aus einem Pumpspray?
Nach dem Test der Stiftung Warentest zu urteilen, ist es relativ egal, ob eine Sonnenmilch gesprüht oder verschmiert wird. Ob Creme oder Spray, das kommt jeweils auf die individuellen Vorlieben an. Manche mögen Aerosol-Sprays, weil man sich damit auch alleine gut einsprühen kann. Aber Kinder sollten die Sprays nicht nutzen, weil die Gefahr besteht, dass sie die Mittel einatmen, sagt Ina Bockholt.
Wie lässt sich der weiße Film auf der Haut nach dem Eincremen vermeiden?
Nach Angaben von Stiftung Warentest muss man sich darum offenbar keine Sorgen mehr machen: „Alle geprüften Produkte aus der klassischen Sonnenmilchfraktion setzen Titandioxid als UV-Filter ein.“ Dabei handelt es sich um Stoffe, die Strahlung absorbieren und sie energieärmer wieder abgeben. Das gelingt am besten mit Nanopartikeln, die den mineralischen Filtern beigemischt werden: Diese streuen das Licht in verschiedene Richtungen, ohne als Film auf der Haut sichtbar zu sein. Eine Gesundheitsgefahr besteht nach Meinung des Wissenschaftlichen EU-Ausschusses für Verbrauchersicherheit (SCCS) nicht. Nur eingeatmet sollten die Teilchen nicht unbedingt werden. Sie könnten sonst die Lunge schädigen. Bei Aerosolsprays wird die Nanotechnik daher auch nicht eingesetzt. Wer Nanopartikel grundsätzlich ablehnt, sollte auf die Angaben achten: „Bis auf das Produkt Eco Sonnenlotion ist jede Sonnenmilch im Test mit dem eingeklammerten Wörtchen ‚Nano‘ gekennzeichnet“, heißt es bei der Stiftung Warentest. Dann aber muss man eventuell den weißlichen Film wieder in Kauf nehmen.
Wie viel Sonnencreme muss man im Schnitt auftragen?
Als Faustformel gilt: Ein erwachsener Mann sollte etwa rund drei Esslöffel Sonnenmilch verwenden. „Bei Sprays empfehlen die Experten, sich zweimal einzusprühen, um die Haut eben genug zu schützen“, sagt Ina Bockholt. Der Schutz wirkt allerdings täglich nur einmal. Man kann mit Nachcremen die Eigenschutzzeit nicht verlängern, warnt die Stiftung Warentest. Lediglich diejenigen, die schwitzen oder schwimmen, sollten sich mehrmals nachcremen, um den Schutz innerhalb ihrer Eigenschutzzeit aufrechtzuerhalten. Vorsicht: Sonnenmilch hinterlässt auf heller Kleidung Flecken. Daher muss die Creme erst gründlich eingezogen sein, bevor man sich anzieht.
Wie wichtig ist es, bei Sonnenschirme auf einen UV-Schutz zu achten?
Sehr wichtig. Der Licht- oder UV-Schutzfaktor des Stoffs liegt am besten zwischen 60 und 80, rät Gerd Engelhardt vom Tüv Rheinland. Hierbei handelt es sich um spezielle UV-Schutz-Textilien. Laut der Deutsche Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention kann ein üblicher Sonnenschirm nur einen Schutzfaktor von 50 haben. Zum Vergleich: Das Laub von Bäumen schafft einen Wert zwischen 5 und 15, ein leichtes weißes Shirt 10 und dicht gewebte, dunklere Baumwollkleidung über 20.

Der UV-Index kann helfen, das eigene Sonnenbrandrisiko einzuschätzen und sich entsprechend zu schützen. Er gibt die Stärke der ultravioletten Strahlung an. Das BfS veröffentlicht im Internet montags, mittwochs und freitags eine Drei-Tages-Prognose des UVI. Die kompletten Testergebnisse finden Sie hier:

https://www.test.de/thema/sonnenschutzmittel/

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