Der Außenbereich von Mayers Burgrestaurant Foto: Restaurant

Wer Mayers Burgrestaurant in Beilstein besucht, freut sich über eine ehrliche Küche mit guten Produkten. Auch eine private Falknerei mit Bussarden, Falken, Adlern, Geiern, Eulen, Käuzen und Uhus lockt.

Beilstein - Oft lohnt es sich, zu einem Ausflug ein anständiges Vesper mitzunehmen. An Touristenattraktionen gibt es ja doch häufig viel Süßkram, schlecht Belegtes oder eine schlichte Wurst. Nicht so in Mayers Burgrestaurant auf der Burg Hohenbeilstein. Viele kommen der Vögel wegen: Denn der ehemalige Burggraben der Burg Hohenbeilstein beherbergt heute eine private Falknerei mit Bussarden, Falken, Adlern, Geiern, Eulen, Käuze und Uhus. Lohnend ist auch der Blick, den man hier über das Bottwartal hat.

Man sollte das Restaurant bei einem Besuch hier oben über den Weinreben, am Rande der Löwensteiner Berge, aber wahrlich nicht links liegen lassen. Drinnen in der Gaststätte mit der sehr hohen Decke und dem runden Kachelofen kann man ihn noch erahnen, den Charme vergangener Tage. Drunten im Kellergewölbe finden spezielle Feiern statt.

Vom schönen Biergärtchen mit Oleanderbüschen und Palmen im Burghof aus kann man gar die Flugvorführungen beobachten, weshalb die Gäste zu bestimmten Uhrzeiten (von 10.30 bis 12 und 14.30 bis 16 Uhr) Eintritt bezahlen müssen. Überhaupt die Uhrzeiten: Sonntags gibt es durchgehend eine kleine, schwäbische Karte, ab 18 Uhr dann auch die speziellere Monatskarte. Für alle Speisen aber gilt: Hier wird regional eingekauft, saisonal gekocht. Auf der Abendkarte stehen Besonderheiten wie Kalbsleber auf Alblinsensalat, Carpaccio vom Weide-Ochsen oder Geschmortes von der Kalbskeule. Das Restaurant wird von Slow Food empfohlen. Seit 2002 kocht Thom Mayer auf der Burg. Nach der Lehre war er unter anderem auf Sylt, betrieb das Rössle in Ilsfeld. Hier auf der Burg setzt er seine Philosophie der regionalen Küche um, nimmt „viele Eier in die Spätzle, dann braucht man kein Wasser. Das nimmt der Schwabe doch zum Händewaschen.“

Mayer kauft regional ein. In seiner Küche werden Schwäbisch-Hällisches Schwein, Unterländer Schlachtfleisch, Forellen aus dem Schmidbachtal sowie Gänse und Enten vom Geflügelhof Baumgärtner in Abstatt verarbeitet. Der Landgockel kommt aus dem Schozachtal, „das sind richtige Göckele, keine Frostbeulen“. Natürlich gibt es auch bei den Weinen regionale Akzente: So werden der eigene Hauswein „Mayers Cheval“ sowie Weine vom Schlossgut Hohenbeilstein offeriert.

Mayer beherrscht sein Handwerk

Mayer ist einer, der Wert auf die Produkte legt. Und das schmeckt man. Wir halten uns an diesem Sonntagnachmittag an die Klassiker der schwäbischen Küche und werden keineswegs enttäuscht. Und: Bei Linsen und Spätzle oder auch Rostbraten lässt sich sehr viel falsch machen, aber auch viel richtig, wenn der Koch sein Handwerk beherrscht. Mayer kann es. Die Linsen sind nicht verkocht, sondern haben noch Biss, sind gut gewürzt, kross gebratener Speck liegt obendrauf, nebenan zwei Saitenwürstchen, die Spätzle sind vom Brett geschabt (9,90 Euro). Der Rostbraten (hier für 22,30 Euro) ist so etwas wie das Aushängeschild eines schwäbischen Restaurants: Da trennt sich die Spreu vom Weizen. Das Fleisch ist geschmacklich topp, hat einen schönen Fettrand, und obwohl die Zwiebeln obendrauf etwas frittiert sind, ist die Angelegenheit keine zu fettige. Der Sonderwunsch Bratkartoffeln statt Spätzle wird ebenfalls erfüllt.

Toll ist der zuvorkommende Service, der einen nicht wie Touristen in Trekkingsandalen behandelt, sondern eben wie Gäste in einem guten Restaurant. Da wundert es nicht, dass am Abend Gäste kommen, die nur des Restaurants wegen da sind und nicht wegen der Vögel. Ja, das Vesper kann man getrost zu Hause lassen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: