Ein historisches Fachwerkhaus aus dem Jahr 1697 mitten in der Kirchheimer Altstadt steht derzeit zum Verkauf. Wie sieht es von innen aus?
Die historische Altstadt von Kirchheim unter Teck zieht über die Stadtgrenzen hinaus Menschen an. Doch wie wäre es, mitten drin zu leben? Die Stadt Kirchheim bietet derzeit im Alleenring der Altstadt ein denkmalgeschütztes Fachwerkhaus aus dem Jahr 1697 zum Verkauf - Gewerbetreibende aber auch Wohninteressierte will die Verwaltung ansprechen.
„Früher wurde das Haus als Verwaltungsgebäude genutzt, dann als Lagermöglichkeit. Jetzt wollen wir wieder Leben hineinbringen“, sagt Lukas Brackenhammer, zuständiger Mitarbeiter der Stadt Kirchheim. Von außen fügt sich das Fachwerkhaus in den Stil der Altstadt ein: weißes Mauerwerk, durchzogen von dunkelbraunem Holz. Durch eine große Tür in der Kornstraße 4 führt der Weg in das Gebäude. Etwa 288 Quadratmeter umfasst es laut der Stadt.
Fachwerkhaus in Kirchheim wird leergeräumt
Innen herrscht viel Unordnung. Tische, Elektronik, alte Aktenschränke säumen die etlichen Zimmer über mehrere Etagen. In einem oberen Stockwerk hängen grüne Polizeiuniformen, vor manchen Zimmern Namensschilder von denen, die einmal hier arbeiteten. „Das Gebäude wird noch komplett geräumt“, versichert Brackenhammer, während er durch das Haus führt. Im großen Gewölbekeller des Gebäudes stehen deckenhohe Aktenschränke, auch diese kommen weg.
„Die Bausubstanz ist trotz des hohen Alters des Gebäudes in einem guten Zustand“, heißt es von der Stadt. Es gebe lediglich einen Bauschaden, ein „leicht nach außen gewölbtes Schwellholz“. Ein Abriss des Gebäudes sei verboten, Umbauten brauchen zuerst eine Genehmigung, sagt Brackenhammer. „Es gibt aber auch Vorteile bei einem denkmalgeschützten Gebäude, zum Beispiel steuerrechtliche.“
Die Stadt gibt vor, dass das Obergeschoss und das erste Dachgeschoss „aktiv“ genutzt werden müssen. Als Lager dürfen die Etagen also nicht verwendet werden. Die bezugsfertige Sanierung müsse zudem innerhalb von fünf Jahren erfolgen. Eine „innenstadtbelebende Erdgeschossnutzung“ sei erwünscht. Und was nicht? „Ausdrücklich ausgeschlossen sind vollständig automatisierte Ladengeschäfte wie zum Beispiel Snackautomaten-Geschäfte oder Spielhallen.“
An wen wird das Fachwerkhaus in Kirchheim verkauft?
Ob und an wen das Gebäude verkauft wird, entscheidet schlussendlich der Kirchheimer Gemeinderat. Sollte die von der Stadt gewünschte, belebende Nutzung von den Käufern nicht umgesetzt werden, hat die Stadt außerdem ein Rückkaufrecht. Und wie viel kostet ein so altes Haus in dieser Lage? „Die Vergabe des Grundstücks erfolgt freibleibend gegen Höchstgebot“, teilt die Stadt mit. Sollten die Gebote zu niedrig ausfallen, sei der Gemeinderat nicht verpflichtet, das Gebäude zu verkaufen. Einen Mindestbetrag, für den das Haus über die Theke wandert, möchte die Stadt auf Nachfrage nicht nennen.
„Es gab aber schon einige Interessenten“, sagt Brackenhammer. Die Bewerbungsfrist endet am 31. Mai 2026, weitere Informationen gibt es im Exposé der Stadt unter https://www.kirchheim-teck.de/.