Ein Gemeinderatsausschuss hat es beschlossen, die Stadtverwaltung soll es vorbereiten: Voraussichtlich Ende 2020 werden die Autos von dieser Brücke verbannt. Foto: Uli Nagel

Das öko-soziale Lager im Stuttgarter Rathaus hat schon früh die Weichen gestellt. Sobald der Rosensteintunnel fertig ist, soll die Brücke zwischen Cannstatter Zentrum und der Neckarvorstadt den Fußgängern und Radfahrern vorbehalten sein.

Stuttgart - Die Wilhelmsbrücke in Bad Cannstatt soll für den Autoverkehr geschlossen werden und Fußgängern und Radfahrern vorbehalten sein, wenn der neue Rosenstein-Autotunnel im Zuge der B 10 fertig ist. Aus heutiger Sicht könnte dies Ende 2020 der Fall sein. Den Beschluss haben die öko-soziale Gemeinderatsmehrheit und der Stadtist Ralph Schertlen am Dienstag im Ausschuss für Umwelt und Technik durchgesetzt – mit neun gegen sieben Stimmen bei einer Enthaltung. Die Wilhelmsbrücke verbindet die Marktstraße in Cannstatt und die Neckarvorstadt in Höhe der Sektkellerei Rilling. In der nachmittäglichen Hauptverkehrszeit sei sie schon heute von mehr Passanten und Radfahrern als Autofahrern genutzt, erklärten die Antragsteller. Man müsse nicht mehr untersuchen, ob es nach dem Bau des Rosensteintunnels zu den vorhergesagten Verkehrsentlastungen im Umfeld komme. Die CDU kritisierte den Beschluss als voreilig.

Schicksal der Eisenbahnbrücke noch nicht geklärt

Differenzen gab es auch um die noch aktuelle Eisenbahnbrücke über den Neckar, aber in dem Fall noch keine Entscheidung. Die Grünen sowie SÖS/Linke-plus möchten diese Brücke über den Neckar für Fußgänger und Radfahrer erhalten sowie begrünen, wenn die Züge in ungefähr sieben bis acht Jahren über die neue Brücke fahren, die momentan gebaut wird. CDU, Freie Wähler und FDP sprachen sich für den Abriss aus, weil die Blickbeziehung am Neckar sowie der Blick auf die „großartige“ neue Bahnbrücke nicht verstellt werden sollen. Bei der SPD ließ zumindest Marita Gröger Sympathien für den Abbruch erkennen.

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