Abzweig nach rechts (Symbolbild): Die Entscheidung der Bundesnetzagentur wird auch die Zahl der Funklöcher verringern. Foto: /Imago/Michael Bihmayer

Die Entscheidung der Bundesnetzagentur zum Mobilfunkausbau hat weitreichende Folgen für viele Bewohner auf dem Land, meint Daniel Gräfe. Und sie ist auch ein wichtiges gesellschaftliches Signal.

Es ist eine Kurskorrektur, die für viele Bürgerinnen und Bürger von großer Bedeutung ist: Die Bundesnetzagentur verlängert für Telekom, Vodafone und Telefónica (O2) die Nutzungsrechte für ihre Frequenzen um fünf Jahre und verzichtet auf die bisher übliche Milliarden Euro bringende Auktion. Stattdessen sollen die Mobilfunker ihre Netze schneller und dichter auch in abgelegene Gebiete bringen. Auf diese Weise sind Verbesserungen im Netz schneller und effizienter zu erwarten.

 

Bisher sind Homeoffice und persönliche Kommunikation erschwert

Bisher stoppte der Ausbau in strukturschwachen und bevölkerungsarmen Gegenden, weil er sich für die Mobilfunker nicht lohnte. Dort leiden viele Bürgerinnen und Bürger unter der eingeschränkten mobilen Kommunikation und damit auch digitalen Teilhabe. Zudem werden Homeoffice und Geschäftsmodelle durch Funklöcher und Schneckenfunk erschwert.

Hier ist die avisierte Verdoppelung der Übertragungsgeschwindigkeit auf 100 Megabit pro Sekunde für die allermeisten Haushalte ein wichtiger Schritt. Endlich soll es bis 2030 auch auf Land- und Kreisstraßen einen lückenlosen Empfang geben. Und wer in der Natur unterwegs ist, kann auch in Wäldern oder auf Wiesen fast immer mit Empfang rechnen. Das wird gerade Wanderer und Radfahrer, aber auch manchen Tourismusverband freuen.

Für die Mobilfunker, die schon immer über die hohen Lizenzgebühren geklagt haben, ist das ein Gewinn – auch wenn sich jetzt mancher öffentlichkeitswirksam über unverhältnismäßig strikte Auflagen beschweren wird. Vor allem aber ist die Entscheidung der Bundesnetzagentur auch ein wichtiges gesellschaftliches Signal: Wer dort wohnt, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, muss nicht das Gefühl haben, von den Städten und dem Rest des Landes abgehängt zu sein. Ein klein wenig hilft das auch im Kampf gegen Rechtsextremismus und Populismus.