Sie hoffen auf aufmerksame Bürger: Karsten Gandowitz, Einsatzleiter beim Baubetriebshof (links) und der Leiter des Baubetriebshofs Oliver Eilmann. Foto: Simon Granville

Graffiti, kaputte Spielgeräte und Glasscherben: Ein Spielplatz in Ramtel ist massiv von Beschädigungen betroffen, er musste teils gesperrt werden. Das ist kein Einzelfall.

Den Spielplatz in der Esslinger Straße im Leonberger Stadtteil Ramtel gibt es erst seit Mitte 2024. Dennoch musste bereits viel getan werden, um ihn instand zu halten: Absichtlich gelockerte Schrauben, Graffiti, beschädigte Spielgeräte und Glasscherben – die Liste der Sachbeschädigungen ist lang. „Zum Glück ist bisher keinem Kind etwas passiert“, sagt Oliver Eilmann, der Leiter des Baubetriebshofs.

 

Rassistische Graffiti auf Spielgeräten

Seit den Herbstferien sei die Lage auf dem Spielplatz „extrem“, wie er sagt: Damals seien erstmals rassistische und andere diskriminierende Graffiti auf den Spielgeräten aufgetaucht. Zwei Mitarbeiter schliffen daraufhin acht Stunden lang die Holzbretter des Rutschenhäuschens ab, erzählt Eilmann. Wenige Wochen später meldete eine Mutter obszöne Schmierereien auf der Rutsche. Auch danach wurden immer wieder neue Graffiti entdeckt – teils nur zwei Tage, nachdem der Baubetriebshof die vorherigen entfernt hatten.

Der Baubetriebshof sperrt einen Teil des Spielplatzes

„Irgendwann kam der Punkt, an dem wir ein Stoppschild setzen mussten“, sagt Eilmann. Seine Mitarbeiter seien mit der Reinigung und den Reparaturen schlicht nicht mehr hinterhergekommen. Seit Anfang Dezember ist die Rutschanlage deshalb mit einem Bauzaun abgesperrt. Der Baubetriebshof geht dort derzeit umfassende Reinigungs- und Reparaturarbeiten an. „Die Kinder müssen geschützt werden“, erklärt Eilmann die Maßnahme. Ein Sperrung sei jedoch nur das letzte Mittel – die Schäden würden schnellstmöglich repariert.

Wegen Vandalismus gesperrt: Die Rutschanlage auf dem Spielplatz in der Esslinger Straße Foto: Simon Granville

Das Thema Sachbeschädigung auf Spielplätzen gehört für ihn und seine Kollegen zum Arbeitsalltag. Manche Spielgeräte müssten sogar komplett abgebaut werden, weil sie immer wieder zerstört würden, berichtet Karsten Gandowitz. Er ist als Einsatzleiter beim Baubetriebshof für die Instandhaltung der Spielplätze zuständig. „In vielen Städten stecken sogar Messer oder Rasierklingen in Spielgeräten. So einen Fall hatten wir hier zum Glück noch nicht“, sagt er.

Vandalismus auf Spielplätzen: Es gelingt selten, die Täter zu ermitteln

Ähnlich gefährlich seien zertrümmerte Glasflaschen. Vor allem zwischen den Holzhackschnitzeln am Boden seien Scherben schwer zu erkennen. „Dann ist die Sicherheit der Kinder nicht mehr gewährleistet, und wir müssen die Hackschnitzel großflächig abtragen“, erklärt Eilmann – das sei zeitintensiv und kostspielig.

Wöchentlich kontrollieren zwei Mitarbeiter des Baubetriebshofs die rund 60 Spielplätze im Stadtgebiet – inklusive Spielgeräten, Mülleimern, Zäunen und Bänken. Mängel würden schnellstmöglich behoben, Sachbeschädigungen stets an die Polizei weitergeleitet. Dennoch gelinge es nur selten, die Täter zu ermitteln.

„Wir und die Polizei können nicht jeden Tag überall sein“, sagt Eilmann. Deshalb appelliert er an alle, die sich auf oder in der Nähe von Spielplätzen aufhalten: „Seien Sie aufmerksam und reagieren Sie, wenn etwas nicht stimmt.“

Vandalismus verursacht hohe Kosten – Polizei will präsent sein

Nicht zuletzt gehe es auch um Steuergelder: Allein für den Spielplatz in der Esslinger Straße rechnet er mit Kosten von rund 3000 Euro für die aktuelle Reinigung und den Bauzaun. Bei etwa 60 Spielplätzen im Stadtgebiet komme jährlich eine beträchtliche Summe zusammen, sagt Eilmann.

Nach Angaben der Stadt Leonberg sind neben dem Spielplatz in der Esslinger Straße auch die Spielplätze Ezach II, Niederhofen, der Indianerspielplatz in Gebersheim sowie der Spielplatz in der Eichendorffstraße besonders häufig von Vandalismus betroffen. Vor allem vor und während der Schulferien nehme die Zahl der Beschädigungen zu, wenn sich abends mehr Jugendliche dort aufhielten.

Der Spielplatz in der Esslinger Straße soll laut Eilmann so schnell wie möglich wieder vollständig für die Kinder geöffnet sein. Aufgrund der wiederholten Vorfälle werde auch die Polizei künftig verstärkt dort präsent sein.