FWV-Stadtrat Jürgen Schwab jongliert in seinem Traumberuf als Sparkassenfachwirt täglich mit großen Zahlen. Foto: Claudia Barner

In dieser Serie beantworten wir die Frage, womit Kommunalpolitiker ihre Brötchen verdienen. Heute: Jürgen Schwab aus Waldenbuch (FWV). Schwab leitet die KSK-Filiale im Städtle und mag die Begegnung mit Menschen.

Waldenbuch - Viele Waldenbucher kennen Jürgen Schwab, und Jürgen Schwab kennt viele Waldenbucher. Nur wenige Arbeitsplätze in der Schönbuchkommune werden Tag für Tag von so vielen Mitbürgern besucht, wie jene Räume, in denen der 44-Jährige seine Dienstleistungen anbietet. Der FWV-Stadtrat leitet die Filiale der Böblinger Kreissparkasse in der Innenstadt. Rund 150 Personen erledigen dort an einem normalen Arbeitstag ihre Bankgeschäfte, und der Filialleiter stellt nach 14 Jahren auf dem Chefsessel fest: „Ich kenne eigentlich fast alle Kunden.“

Das ist kein Wunder, denn Jürgen Schwab ist ein kommunikativer Mensch. Keiner, der mit großem Habitus die Räume durchstreift und den generösen Finanzfachmann gibt, sondern ein Mann, der sich selbst auf angenehme Art und Weise zurücknehmen kann und dem Gegenüber ehrliche Aufmerksamkeit schenkt. „Wir sind Ansprechpartner vor Ort. Da muss ein Schwätzle immer drin sein“, lautet die Maxime, an der sich das vierköpfige Filialteam orientiert.

Er arbeitete konzentriert auf sein Ziel hin

Jürgen Schwab hat früh verstanden, dass der persönliche Kontakt von Mensch zu Mensch für ihn besonders wichtig ist. Im stillen Kämmerlein mit Zahlen zu jonglieren, entspricht nicht seinem Naturell. Auf die Ausbildung in der Böblinger Hauptstelle folgte deshalb nur eine kurze Orientierungsphase. „Seit meinem Aufenthalt als Azubi in der Steinenbronner Filiale wusste ich, dass ich Filialleiter werden möchte“, erinnert sich der Sparkassenfachwirt. Er arbeitete konzentriert auf sein Ziel hin und übernahm 1993 bereits im Alter von 23 Jahren die Leitung der KSK-Filiale in der Stuttgarter Straße in Böblingen.

Als 1999 die Stelle in Waldenbuch frei wurde, zog es Jürgen Schwab zurück in den Schönbuch. „Es ist eigentlich nicht üblich, im Heimatort eingesetzt zu werden. Aber damals hat sich in der Familie Nachwuchs angekündigt, und ich wollte in der Nähe sein“, erinnert sich der 44-Jährige. Das Experiment glückte und Schwab blieb. „Ich kann Berufliches und Privates sehr gut trennen“, versichert der Vater von zwei Kindern.

„Ich habe eine tolle Mannschaft“

Außerhalb der Bankräume stehen für den Filialleiter deshalb andere Themen im Mittelpunkt als Geldanlagen, Kredite oder Versicherungen. Das hält er auch im Ehrenamt am Waldenbucher Ratstisch so. „Der städtische Kämmerer Werner Kiedaisch ist ein fähiger Finanzfachmann, der meinen Rat nicht braucht. Ich sehe mich in dieser Runde vor allem in der Rolle des Bürgers “, betont der Bankexperte und meldet sich lieber bei Debatten zur Innenentwicklung, zur Verkehrsberuhigung, zur Vereinsförderung oder zum Stadtmarketing zu Wort. Hier wie dort sieht Jürgen Schwab noch viele Herausforderungen. Tempo-30 in der Liebenaustraße gehört zu jenen Punkten, die er kommunalpolitisch in den nächsten Jahren noch durchsetzen möchte.

In seiner Funktion als Filialleiter der Kreissparkasse beschäftigen den 44-Jährigen derweil größere Zahlen. „In den Jahren 2008 bis 2010 haben wir dreimal hintereinander den Pokal für die beste Filiale im Privatkreditgeschäft im Kreis Böblingen erhalten“, erzählt er stolz. Darauf will der Finanzfachmann aufbauen: „Ich habe eine tolle Mannschaft, einen Traumjob und zeige keine Ermüdungserscheinungen.“ Wer Jürgen Schwab noch nicht kennt, könnte ihn also demnächst kennenlernen.

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