Wolf Bonsiep von Bosch und Rektorin Martina Barnert. Foto: Leif Piechowski

In der Schloss-Realschule für Mädchen zieht Technik ein: Der Bosch-Konzern entsendet Mitarbeiter, um die Schülerinnen für technische Berufe zu begeistern.

Stuttgart - In der Schloss-Realschule im Stuttgarter Westen wird nicht gestrickt. „Das haben viele im Hinterkopf, wenn sie an eine Mädchenschule denken“, sagt Schulleiterin Martina Barnert. „Dabei machen wir viel, um vom typischen Rollenbild wegzukommen.“ Ein weiterer Schritt in diese Richtung ist ein Kooperationsvertrag mit Bosch, den die Rektorin am Dienstag unterzeichnet hat. Der Weltkonzern will in Zukunft mit der Schule zusammen den Mädchen technische Berufe näherbringen. „Wenn die Schülerinnen zum Beispiel etwas über Akustik lernen, könnten sie einen einfachen Lautsprecher bauen“, sagt Wolf Bonsiep, „so sehen sie, wie sich die Theorie aus dem Unterricht praktisch anwenden lässt.“ Bonsiep ist Ausbildungsleiter bei Bosch in Feuerbach. Er hätte gerne mehr Frauen in technischen Berufen: „Wir machen die Erfahrung, dass Arbeitsgruppen die besten Ergebnisse bringen, wenn sie aus Männern und aus Frauen bestehen. Die Mischung macht’s.“ Nach seiner Erfahrung ist es bei vielen Mädchen ein Schlüsselmoment, ein Aha-Erlebnis, das sie dazu bringt, einen technischen Beruf zu ergreifen. „Dieses Aha-Erlebnis können wir nicht planen. Aber uns ist wichtig, dass die Schülerinnen bei ihrer Berufsplanung auch dieses weite Berufsfeld mit bedenken und nicht im Vorhinein ausschließen.“ Das ist auch Barnert wichtig. „Aber wenn die Mädchen sich dann doch für was anderes entscheiden, ist es auch gut“, sagt sie.

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