Berufskolleg für Grafikdesign in Stuttgart Merz Bildungswerk baut Angebot aus

Von Inge Jacobs 

In diesen Räumen im Kulturpark Berg soll das Merz Kolleg im Herbst seinen Betrieb aufnehmen. Foto: Merz Akademie
In diesen Räumen im Kulturpark Berg soll das Merz Kolleg im Herbst seinen Betrieb aufnehmen. Foto: Merz Akademie

Mit einem dreijährigen Berufskolleg für Grafikdesign bietet der private Bildungsträger auf dem Teckareal vom künftigen Schuljahr an jungen Leuten die Möglichkeit eines Berufsabschlusses samt Fachhochschulreife.

Stuttgart - Die Familie Merz baut ihr Bildungsunternehmen weiter aus. Seit zwei Monaten firmiert die Dachgesellschaft unter dem neuen Namen Merz Bildungswerk. Alleiniger Geschäftsführer ist Markus Merz, der bis zum vergangenen Sommer die Merz Akademie im Teckareal im Stuttgarter Osten geleitet hat. Genau dort, im Kulturpark Berg, soll im kommenden Schuljahr erstmals auch ein Berufskolleg für Grafikdesign beginnen. Es richtet sich an junge, kreative Leute. Als Voraussetzung müssen sie den mittleren Bildungsabschluss oder ein Versetzungszeugnis aus dem G8-Gymnasium am Ende von Klasse neun, aus dem G9 am Ende von Klasse zehn vorweisen. Ein Mindest-Notenschnitt sei nicht erforderlich, teilt die Leiterin des Merz Kollegs, Stephanie Döring, mit. Auch eine Altersbegrenzung gebe es nicht. Allerdings gebe es eine verpflichtende Aufnahmeprüfung. Dabei müssten die Bewerber eine Sachzeichnung und eine Freizeichnung erstellen. So könne man sich einen Eindruck von den handwerklichen und kreativen Fähigkeiten der Aspiranten machen. Interessenten können zur Vorbereitung in den Osterferien kostenfrei einen Workshop besuchen. Aufnahmeprüfungen sind am 6. und 20. Mai.

Berufskolleg-Schüler können Werkstätten der Merz Akademie mitnutzen

Mit dem Berufskolleg können die künftigen Absolventen nicht nur einen berufsqualifizierenden Abschluss als Grafikdesigner, sondern auch die fachgebundene Hochschulreife erwerben. Zugleich schafft das Merz Bildungswerk sich somit einen Unterbau zur Merz Akademie, dessen Infrastruktur – etwa Werkstätten für Siebdruck oder 3D, Fotostudio, Mensa – die Kollegschüler mitnutzen und somit gleich Appetit auf ein Studium bekommen können. Auch das Haus des Dokumentarfilms mit seiner Bibliothek stehe den Schülern offen.

In der Schulgebühr von 290 Euro im Monat – auf Antrag mit einkommensabhängiger Ermäßigung – enthalten sei auch ein Macbook pro samt Programmen – „eine Art Investition in den ersten drei Jahren“, sagt Markus Merz. Ganz bewusst habe man das Kolleg nicht an die Merzschulen angegliedert, sondern an die Akademie. Es solle später um den Bereich Film und Video ergänzt werden. Bis zu 25 Schüler pro Jahrgang werden aufgenommen. „Es geht darum, immer eigene Positionen zu entwickeln“, so Merz. Diese Leitlinie solle auch das Berufskolleg prägen. Merz und Döring rechnen damit, dass das staatlich genehmigte Kolleg nach drei Jahren auch staatlich anerkannt wird – und somit nicht nur staatliche Fördergelder bekommt, sondern auch selber Prüfungen abnehmen darf.

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