Einige Wochen lang mussten die S-Bahn-Fahrgäste mit Einschränkungen bei den Rolltreppen am Bahnhof Bernhausen leben. Nun ist auch die letzte neue Treppe in Betrieb. Foto: Klein

In Filderstadt-Bernhausen hat die Deutsche Bahn am Endbahnhof der S-Bahn-Linie 2 neue Rolltreppen eingebaut. Daher mussten Fahrgäste auf diese Transportmöglichkeit ein paar Wochen verzichten. Nun sind alle in Betrieb.

Filderstadt-Bernhausen - Wer mit einem Kinderwagen oder schweren Reisetaschen zum S-Bahnhof Filderstadt in Bernhausen gelangen möchte, hat einige Wochen Einschränkungen am Bahnhof hinnehmen müssen. Denn die Deutsche Bahn Station & Service hat dort drei Rolltreppen ausgetauscht. „Die alten hatten das Ende ihres Lebenszyklus’ erreicht“, sagt Werner Graf, Pressesprecher der Deutschen Bahn für Baden-Württemberg und ergänzt: „Das ist wie beim Auto. Die Reparaturkosten sind dann höher als die Kosten für einen Neuwagen.“ Darum wurden nun am Zugang zur S-Bahn in Bernhausen drei neue Rolltreppen eingebaut.

Seit Donnerstagmittag ist nun auch die dritte Rolltreppe vom Dr.-Peter-Bümlein-Platz hinunter zur Zwischenebene in Betrieb. Von dort gelangen die Fahrgäste mit zwei weiteren Rolltreppen zu den Gleisen oder hinauf. „Unser Experte für Fahrtreppen war am S-Bahnhof Filderstadt und hat sie in Betrieb genommen“, sagt Graf.

Bahnexperte Matthias Gastel schreibt der Bahn

Zuvor hatte der Bundestagsabgeordnete Matthias Gastel (Grüne) sowohl Michael Groh, dem Leiter des Regionalbereichs Südwest der DB Station&Service AG in Stuttgart, als auch unserer Zeitung E-Mails dazu geschickt. Gastel schrieb darin: „Die Rolltreppen am S-Bahnhof in Filderstadt (Bernhausen) sind seit Wochen außer Betrieb und stellen eine Baustelle dar. Dass es mit der Reparatur oder dem Austausch voran geht ist nicht erkennbar.“ Gastel bat Groh um eine Auskunft, was mit den Rolltreppen geschieht und wie lange die Baustelle noch dauert. Dieser versprach, sich darum zu kümmern.

Zum Hintergrund: Gastel ist in der Bundestagsfraktion der Grünen für Bahnthemen und barrierefreie Mobilität zuständig. Der Politiker reist sehr häufig mit der Bahn und nutzt diese auch für Kurzstrecken, etwa nach Stuttgart. Gastel begründet sein Engagement für eine funktionierende Rolltreppe am S-Bahnhof Filderstadt so: „Mir geht es darum, dass alle Menschen, auch die mit Behinderung, möglichst uneingeschränkt mobil sein können. Denn Mobilität ist die Grundvoraussetzung für wirtschaftliche und soziale Teilhabe.“

Verzögerungen durch den Feiertag

Beim Besuch am Montagabend am Bahnhof Filderstadt versperrten noch orangefarbene Warnbaken vor der Rolltreppe den Weg. Vom Dr.-Peter-Bümlein-Platz aus konnten Fahrgäste nur über die Treppe zu den Zügen gelangen. Ein Aufzug bildet zwar eine Alternative, doch der falle laut Gastel auch immer mal wieder aus.

Aber nun können die Fahrgäste die neue Rolltreppe benutzen. Der Bahnsprecher Werner Graf sagt, dass sich die Arbeiten länger hingezogen haben als gedacht: „Das hat wohl auch mit dem Feiertag Heilige drei Könige zu tun.“ Graf sagt, dass die Rolltreppe zwar eingebaut, aber eben noch nicht abgenommen war. Bevor Fahrgäste eine Rolltreppe benutzen können, müssen zwei Dinge geklärt werden: „Es muss eine Konformitätserklärung des Herstellers vorliegen, dass diese Rolltreppe und die Motoren und Bremsen alle einwandfrei funktionieren.“ Außerdem muss der Tüv etwa noch prüfen, ob sie sich ausschaltet, wenn darauf jemand stolpert. Nun liegen beide vor, und die Passagiere können die Rolltreppen nutzen.

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