Das AOK-Gebäude (unten links) soll einem neuen Wohnquartier weichen. Foto: Eppler

Nach AOK-Umzug ans Löwentor sollen am Berliner Platz bis zu 220 Wohnungen entstehen.

Stuttgart - Der Hauptsitz der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) am Berliner Platz steht zur Disposition. Spätestens 2013 soll die Verwaltung der Bezirksdirektion Böblingen/Stuttgart in einen Neubau am Löwentor umziehen. Im Bezirksbeirat West sind am Dienstag erstmals Neubaupläne für das innerstädtische AOK-Gelände jenseits des Bosch-Areals vorgestellt worden.

Demnach plant die Münchner Investmentgesellschaft Competo Capital Partners auf dem 11000 Quadratmeter großen Grundstück Wohnen und Gewerbe. Dafür müssen alle bestehenden Verwaltungsgebäude fallen. "An ihrer Stelle sollen bis zu 220 Wohneinheiten in einer aufgelockerten Blockrandbebauung entlang der Breitscheid- und Falkertstraße entstehen", so der planende Stuttgarter Architekt Stefan Willwersch. Neben den bis zu siebenstöckigen Wohnhäusern, die die Traufhöhe des Bosch-Areals aufnehmen, ist ein weiteres Wohngebäude im begrünten Innenhof des Areals vorgesehen.

Neuer Wohnraum für den Westen

Die Gebäude sollen hälftig im Miet- und Eigentumswohnungsbau realisiert werden. In der Nordwestecke des Quartiers soll eine Kindertagesstätte einziehen. Entlang der Seidenstraße ist ein Gewerbegebäude geplant. "Es soll die Wohnbebauung abschirmen", so Willwersch. Als Nutzer käme ein Ärztehaus infrage. Mit 15.000 Quadratmeter Fläche schaffe man viel Wohnraum im von Wohnungsnot geplagten Westen, betont Willwersch. Ein Städtebauwettbewerb im Jahr 2008 hatte nur einen 30-prozentigen Wohnungsanteil vorgesehen.

Unter dem Wohnareal soll eine zweistöckige Tiefgarage für 250 Fahrzeuge mit Zufahrt über die Breitscheidstraße entstehen. Eine weitere Tiefgarage mit 90 Stellplätzen für den Gewerbeteil soll von der Seidenstraße erschlossen werden. "Damit könnte die Breitscheidstraße entlang der Silcheranlage bis zum Berliner Platz verkehrsberuhigt werden", nennt Willwersch Überlegungen, die auch das Stadtplanungsamt umtreiben. Der Bezirksbeirat begrüßte die Pläne. Er empfahl zu prüfen, ob auf dem Areal geförderter Mietwohnungsbau möglich ist.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: