Berkay Özcan vom VfB Stuttgart Er kam, sah – und flankte

Von Carlos Ubina 

Berkay Özcan steht gegen den SC Freiburg überraschend in der Startelf des VfB und bereitet zwei Tore vor. Der Techniker, dem immer wieder mangelndes Tempo vorgeworfen wird, war auch sehr ballsicher und robust im Zweikampf.

Stuttgart - Zufrieden ist er im Kreis seiner Kollegen in die Fankurve gegangen. Auch wenn der Schritt nach dem Schlusspfiff ein wenig schwer wirkte. Aber 90 Minuten Bundesligafußball sind eben anstrengend. Selbst wenn es lange gegen einen in Unterzahl spielenden SC Freiburg ging. Und Berkay Özcan ist es zuletzt schlichtweg nicht mehr gewohnt gewesen, so lange auf höchstem Niveau zu laufen und zu passen. Der Mittelfeldspieler des VfB Stuttgart stand überraschend in der Anfangself und hatte entscheidenden Anteil am 3:0-Erfolg im Landesderby.

Geschicktes Verhalten im Strafraum

Zwei Torvorlagen lieferte der 19 Jahre alte Mittelfeldspieler. Mit dem rechten Fuß von der linken Seite. Einmal behauptete er sich dabei geschickt im Strafraum am Ball und bediente Daniel Ginczek (38.). „Er hat ein sehr gutes Spiel abgeliefert“, lobte der Torschütze. Beim zweiten Mal schlug Özcan eine Freistoßflanke auf den Kopf von Benjamin Pavard – 2:0 unmittelbar vor der Pause.

„Berkay Özcan hat seine Chance komplett genutzt“, sagte Hannes Wolf. Der VfB-Trainer hatte den gebürtigen Karlsruher zuvor nur 18 Spielminuten in der Eliteklasse gegönnt. Öfters schaffte es Özcan nicht einmal in den 18-Mann-Kader bei den Stuttgartern. Eine schwere Zeit, da das Talent auch von zwei Länderspielreisen mit der U 21 der Türkei ohne Einsatz zurückkehrte und beim VfB als Kandidat für ein Leihgeschäft vielleicht schon in diesem Winter gilt. „Er hat gelitten“, sagte Wolf über die häufige Nichtberücksichtigung.

An Rückschlägen nicht verzweifelt

Doch wie schon in der Zweitligasaison, als er häufiger außen vor war, ließ sich Özcan von Rückschlägen nicht unterkriegen. Er trainierte fleißig und spielte auch im Regionalligateam des VfB. „Das sah schon am vergangenen Mittwoch bei seinem Kurzeinsatz in Kaiserslautern gut aus“, erklärte Wolf und lobte Özcans Dynamik in den Übungseinheiten vor und nach dem Pokalerfolg in der Pfalz.

Damit stach er vor der Begegnung mit den Breisgauern den deutlichen schnelleren Josip Brekalo aus. Und als ihn Wolf jetzt aufbot, war Özcan zur Stelle. Er kam, sah – und flankte, könnte man zusammenfassen. Aber der Techniker, dem immer wieder mangelndes Tempo vorgeworfen wird, war auch sehr ballsicher und robust im Zweikampf.

„Der Trainer hat an Berkay Özcan geglaubt und sein gutes Gefühl hat sich bestätigt“, sagte Manager Michael Reschke und wertete es als wichtig, dass beim VfB wieder ein Eigengewächs überzeugte. Und für Wolf ist es wichtig, dass nach Dzenis Burnic wieder ein junger Spieler gemerkt hat, dass sich die Tür in die Mannschaft durch Trainingsfleiß und Mentalität öffnen lässt.

VfB Stuttgart - 1. Bundesliga

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