Mit schwerem Gerät wird der Lastwagen angehoben und aufgestellt. Foto: SDMG

Bergungsspezialisten haben den Unfall-Lastwagen auf der A 8 wieder auf die Räder gestellt und abgeschleppt. Die Ladung mit Erdbeeren, Blumenkohl, Salat, Paprika, Zucchini und Mangos landete teilweise im Müllofen. 

Rutesheim - Mit einem Großeinsatz, passend zum Firmennamen, hat das Team des Abschlepp- und Bergungsunternehmens Gross am Donnerstagabend die letzten Spuren des Lastwagenunfalls auf der A 8 kurz nach der Autobahnausfahrt Rutesheim beseitigt. Dabei wurde der umgekippte Sattelzug mit zwei riesigen Teleskopkränen wieder auf die Räder gestellt, damit er abgeschleppt werden konnte.

Doch bis es soweit gewesen ist, hatten die Mitarbeiter den ganzen Tag über einen Knochenjob zu verrichten: Denn es ging auch darum, die Ladung des umgestürzten italienischen Lastwagens zu bergen. Mit 15 Mitarbeitern hatte der Bergungsmanager Michael Eberle Paletten voller Erdbeeren, Blumenkohl, Salat, Paprika, Zucchini und Mango sowie Kartons mit Wein und Prosecco auszuladen.

Teile der Ladung sind beschädigt

Vieles von der Ladung war bei dem Unfall, der sich in den Morgenstunden ereignet hatte, nicht heil geblieben. Der Lastwagen hatte nämlich etwa 200 Meter Leitplanke mitgerissen, bevor er unter der Brücke die Böschung hinaufgefahren und auf die Fahrerseite umgekippt war.

„Die Erdbeeren waren fast alle zermatscht, der Salat stark verwelkt, das ­wurde alles in große Container geladen und zur Müllverbrennungsanlage gefahren“, schildert Michael Eberle. Was als verwertbar eingestuft wurde, ist in der Halle der Bergungsfirma in Herrenberg gelagert. Die Versicherung oder die Spedition werden nun einen sogenannten Havarie-Kommissar vorbeischicken. Der wird entscheiden, was mit der geborgenen Ladung geschieht.

Das Video zur Bergungsaktion sehen Sie hier

Zwei Kräne im Einsatz

Gegen 20 Uhr hat Eberle dann zwei Tele­skopkräne an der Unfallstelle eingesetzt. Ein 95-Tonnen-Kran musste aus Köngen kommen, der 60-Tonnen-Kran aus Leonberg. Die Polizei hatte entschieden, die Bergung des Lastwagens, dessen beide Fahrer bei dem Unfall nur leicht verletzt wurden, in den verkehrsärmeren Abendstunden über die Bühne gehen zu lassen. Zwei der drei Fahrstreifen an der Unfallstelle konnten tagsüber problemlos befahren werden.

Die Kräne, für deren Einsatz um 20.15 Uhr zwei Spuren und zwischen 20.30 und 20.40 Uhr die Autobahn voll gesperrt ­werden musste, haben den Sattelzug im Tandemhub erst auf die Fahrbahn gehievt und auf der Fahrerseite abgelegt. Danach musste der kleinere Kran den Standort wechseln, damit der Unfalllastwagen wieder auf die Räder gestellt werden konnte.

„Der kleinere Kran hat dafür gesorgt, dass das schwer beschädigte Fahrzeug, das eigentlich einen Totalschaden hat, nicht mit voller Wucht auf die Straße kracht und dann nicht mehr abgeschleppt werden kann“, erläutert der Bergungsleiter.

Wie geht es weiter?

Nun steht der Lastzug in der Halle von Gross in Herrenberg. „In Leonberg haben wir keinen Platz mehr“, sagt Eberle. Ein Gutachter wird den Lkw in Augenschein nehmen und je nach der Versicherung der Spedition entscheiden, ob es abgewrackt oder zum Restwert veräußert wird.

Mit dem Verlauf der Bergung ist Michael Eberle zufrieden, obwohl solche Großeinsätze sonst selten sind. In der Regel dominieren eher Auffahrunfälle bei den Einsätzen der Bergungsfirma. „Alles ist glatt über die Bühne gegangen.“ Was der Einsatz kostet, hat der Fachmann noch nicht errechnet. „Aber an die 25 000 Euro könnten es schon werden“, überschlägt er grob .