Die Gärtringer Wehr im Einsatz bei einem Kellerbrand im Januar Foto: SDMG/ / Schulz

Gärtringen verabschiedet den Feuerwehrbedarfsplan und geht gegen den Lärm in seinem Gebiet vor. Die Lärmschutzwand wird mit Solarzellen bestückt.

Die Beratung des Feuerwehrbedarfsplans im Gärtringer Rat hinterließ einen ganz klaren Eindruck: Die Wehr ist gut aufgestellt, die Gemeinde steht hinter den beiden Abteilungen in Rohrau und Gärtringen. Trotzdem schaffte es der Feuerwehr-Berater Roland Demke, ehemaliger Leiter der Feuerwehrschule Würzburg, in der Sitzung am Dienstag zu zeigen, wo das Bessere der Feind des Guten ist. Vor allem unterstützte er nachdrücklich das Vorhaben der Gemeinde, eine weitere hauptamtliche Stelle zu schaffen.

 
Die Gärtringer Wehr hatte 94 Einsätze im vergangenen Jahr. Foto: SDMG/ / Schulz

Die Leistungen der Wehr sind beeindruckend: Sie sei im vergangenen Jahr 94 Mal alarmiert worden, sagte Demke, die Löschwasserversorgung sei gut, spätestens nach zehn Minuten seien die Retter vor Ort gewesen. Auch die Personalstärke sei gut, in Gärtringen kann zurzeit ein Einsatz bis zu dreimal besetzt werden. Der Erreichungsgrad sei hoch, die Einsatzbereitschaft sogar sehr gut.

Das Durchschnittsalter der Feuerwehrleute liege zwischen 30 und 40 Jahren, und nur bei dem Geschlechterverhältnis hapere es, weil sich nur eine Frau unter den Einsatzkräften befinden würde.

Die Fahrzeuge werden größer

Weil sich Gärtringen immer mehr vergrößere und auch immer mehr städtische Strukturen annehme, müsse sich allerdings auch die Feuerwehr weiter entwickeln. Auf der organisatorischen Seite riet er dazu, eine Arbeitsgruppe zwischen Kommune und Wehr einzurichten und langfristig darüber nachzudenken, ob Gärtringen nicht auch eine Drehleiter brauche. Bisher sei die Drehleiter stets aus Aidlingen angefordert worden. Weil die Aidlinger Leiter inzwischen aber bis zu 30 Einsätze im Jahr habe, könnte es hier künftig Engpässe geben. Auch der Mannschaftswagen und der Löschwagen müssten im Turnus erneuert werden, beim Mannschaftswagen seien es 20 Jahre, beim Löschwagen 25 Jahre. Wenn neue Fahrzeuge beschafft würden, dann müsse die Gemeinde daran denken, dass sich die Normen verändert hätten. Neue Fahrzeuge sind höher, was bedeutet, dass die Tore in den Gärtringer und Rohrauer Hallen nicht mehr der Norm entsprechen und möglicherweise neue Fahrzeughallen gebaut werden müssten.

Darüber hinaus brauche die Gärtringer Wehr ein Schnelllauftor in ihrer Halle, und die Rohrauer Feuerwehr brauche eine bessere Umkleide. Außerdem schlug Demke vor, die Wehr mit elektronischen Hydranten-Plänen zu versorgen.

Ordentliche Ausrüstung der Feuerwehr

Der Feuerwehrbedarfsplan wurde vom Rat einstimmig angenommen, die zusätzliche Stelle wurde beschlossen. „Die beste Wertschätzung kann eine Gemeinde für ihre Feuerwehr dadurch ausdrücken, dass sie ihr eine ordentliche Ausrüstung ermöglicht“, bemerkte Roland Demke. Dennoch ließen es sich der Bürgermeister Thomas Riesch und alle Fraktionen nicht nehmen, der Wehr zusätzlich ihren Dank für die ehrenamtlich geleistete Arbeit auszusprechen.

Der zweite wichtige Tagesordnungspunkt war der Lärmaktionsplan, der einstimmig beschlossen wurde. Zwei große Lärmquellen machte der Gärtringer Bürgermeister Thomas Riesch innerhalb der Gemeinde aus: die Autobahn und die Bahnlinie.

Weitere Tempo-30-Zonen

Die Gemeinde denkt darüber nach, weitere Tempo-30-Zonen auszuweisen. Hier hat die Verwaltung vor allen Dingen die Kreisstraßen im Blick, muss sich aber noch mit dem Böblinger Landratsamt absprechen. Außerdem sollen Lärmschutzwände entlang der Autobahn 81 aufgestellt werden. Diese Flächen sollen Solarzellen bekommen, damit zusätzlich zum Lärmschutz saubere Energie vor Ort erzeugt wird. Eine der Lärmschutzwände soll in Rohrau gebaut werden, die zweite Wand könnte sich von der Ampel an der Kreuzung im Industriegebiet Riedbrunnen bis hin zur Lärmschutzwand an der Südrandstraße ziehen.