Die Ausstellungsmacher Bernd Klenk (links) und Horst Merkle (rechts) präsentieren die Verfremdung von Spülschwämmen zu fröhlichen Mosaiken des Künstlers Fahar Al-Salih. Foto: Lichtgut

Die Benefizausstellung zugunsten der Arbeit der Drogenberatungsstelle Release im Foyer der EnBW ist größer als jemals zuvor. Und für jeden Geldbeutel ist etwas dabei.

Kreativität lebt von Grenzüberschreitungen: Fahar Al-Salih zeigt das in hervorragender Weise, denn er verwandelt das, was in mancher Spüle wenig einladend vor sich hindümpelt, in Ästhetik. Mosaikbilder heißen seine Farbharmonien unter einer glänzenden Harzschicht, und die hat er auf nichts anderes als auf bemalte rechteckige Spülschwämme aufgebracht. Die aktuelle Benefizausstellung mit dem Titel „Release und Kunst“ im Foyer der EnBW im Fasanenhof trumpft dieses Mal mit einer nie dagewesenen Zahl von 139 Werken auf, darunter sind viele Originale und kleine Druckauflagen.

 

Für Kunstsammler ein Eldorado, aber auch Kunstinteressierte können sich hier bei freiem Eintritt über die Strömungen zeitgenössischer Kunst vorwiegend aus dem mittleren Neckarraum sowie aus der internationalen Szene informieren. Zahlreiche Arbeiten wurden von den Künstlern und Künstlerinnen eigens für diese Ausstellung geschaffen.

Collagen aus Fundstücken

So hat Patrizia Kränzlein eine Serie ihrer luziden, von dezenter Farbigkeit lebenden Skulpturen aus Acrylglas der Drogenpräventionsstelle Release überlassen. Von Michael Kober sind zwölf Siebdrucke unter anderem mit seinen Fransenvorhängen, hinter denen sich angedeutete Landschaften verbergen, zu sehen und zu kaufen. Monika Schaber schafft über den traditionellen Holzschnitt mit zum Teil gefalteten Collageelementen Fantasielandschaften. Und Menja Stevenson, die Leiterin der Stuttgarter Jugendkunstschule, zeigt mehrere in freundlichen hellen Farben gehaltene Collagen aus Fundstücken wie Tüten, Alufolie und Papier. In fast einer eigenen kleinen Ausstellung in der Ausstellung sind die grafischen Studien des bekannten Stuttgarter Vertreters der Konkreten Kunst, Anton Stankowski, zu sehen.

Die großen Namen

Einer, der weit über Stuttgart hinaus bekannt ist, ist Ben Willikens. Er hat sich auch als Bühnenbildner einen Namen gemacht. Bei den Release-Ausstellungen ist er Stammgast. Dieses Mal zeigt er frühe Bleistiftzeichnungen – alles Originale – mit der Vermessung des menschlichen Körpers mit allerfeinstem Strich, ebenso stehen einige Architekturstudien als Drucke zum Verkauf. Zu den ganz großen Namen gehört Lothar Quinte mit seinen filigranen, fast meditativen Bildern, die wirken, als seien sie von einem feinen Nebel überzogen.

Kontakte bis in die USA

Die Kontakte der Ausstellungsmacher – Galerist Horst Merkle und Release-Geschäftsführer Bernd Klenk – reichen bis nach Rom und nach New York. Auf Charles Hinmans Prägedruck tanzen die gegeneinander gerichteten Farbbahnen vor dem Auge des Betrachters. Und die Tierstudien von Valeria Patrizi, gekrönt von italienischen Espressoflecken, wirken auf den ersten Blick zwar traditionell, brechen aber mit herkömmlichen Darstellungsweisen.

23 Künstler und Künstlerinnen sind in der sehenswerten Ausstellung vertreten. Sowohl die Druckgrafiken wie die Originale und die Skulpturen haben moderate Preise. Der Verkaufserlös geht zu gleichen Teilen an Release für die präventive Drogenarbeit und an die Kunstschaffenden.

Benefizausstellung

Vernissage
Die Eröffnung der Ausstellung ist am 13. November um 19 Uhr im Foyer der EnBW (Schelmenwasenstraße 15, Fasanenhof). Vorbesichtigung am 13. November ab 10 Uhr.

Öffnungszeiten
Bis zum 11. Dezember kann die Ausstellung montags bis freitags jeweils von 10 bis 18 Uhr besucht werden. Ansprechpartner für Kaufinteressierte sind immer anwesend. Der Katalog steht online unter: https://www.release-stuttgart.de/release-und-kunst/