Gerüchten zufolge hätte das beliebte Fellbacher Fest dem Sparkurs der Verwaltung zum Opfer fallen können. Nun gibt es aber ein klares Bekenntnis zur Fiesta International.
Noch im vergangenen November hatte es ein klares Bekenntnis der Stadt Fellbach (Rems-Murr-Kreis) zur Fiesta International gegeben – vor allem angesichts des 50-jährigen Bestehens des beliebten Festes, das im Frühsommer 2026 erneut auf dem großen Areal vor der Schwabenlandhalle stattfinden sollte.
Im Zuge der umfassenden Sparbemühungen und der Projekte und Ereignisse, die auf der Kippe stehen oder ganz entfallen könnten, geriet allerdings kurz vor Weihnachten und in den Wochen danach ausgerechnet die Fiesta International ins Visier. Zwar zahlen die teilnehmenden internationalen Vereine – im vergangenen Jahr waren 17 dabei – Stand- und Nebenkosten. Dennoch ist auch die Stadt mit einem gewissen Betrag dabei.
Ob nun hinter den Kulissen konkret darüber diskutiert wurde oder es sich eher um bloße Gerüchte handelte, blieb etwas nebulös. Das ist allerdings mittlerweile auch egal. Denn nun gilt definitiv: In diesem Juni können sich die Bürgerinnen und Bürger wie auch die Interessenten von außerhalb auf das dreitägige Festival freuen.
Die Garantie hierzu gab Fellbachs Oberbürgermeisterin Gabriele Zull jetzt im Rahmen der Beratungen zum Konsolidierungspakets II zur Erreichung eines genehmigungsfähigen Haushalts 2026 ab. Die Fiesta International wurde vor 50 Jahren „aus der Taufe gehoben“, und an dem beliebten Ereignis werde gerade im Jubiläumsjahr nicht gerüttelt. Zull: „Dieses Jahr wird sie wie gewohnt im Juni regulär zum 49. Mal stattfinden.“
Die Fiesta-Premiere im Jahr 1976 erfolgte noch auf Einladung des damaligen Arbeitskreises für ausländische Mitbürger und des Clubs International. Anfangs fand das Fest noch vor der neuen Kelter der Fellbacher Weingärtner statt, später folgte der Umzug aufs deutlich größere Areal vor der Schwabenlandhalle, bekannt auch als Guntram-Palm-Platz – in Erinnerung an den früheren Fellbacher Oberbürgermeister.
Die Fiesta International hat sich über die Jahre „als interkultureller Begegnungsort von Fellbacherinnen und Fellbachern mit und ohne Migrationshintergrund etabliert“, erklärte vor einigen Wochen die Leiterin des Amts für Soziales und Teilhabe, Karin Rothenhäusler.
Das Ziel der Fiesta, so ihre Erklärung: Gemeinsam feiern und kulinarische Spezialitäten probieren – umrahmt von einem abwechslungsreichen Bühnenprogramm, das vor allem die teilnehmenden Vereine gestalten. Das schafft Raum für Begegnung und zeigt die gelebte Vielfalt in Fellbach.“
Ein Aus für die Fiesta wäre zudem nicht nur für die Bevölkerung ein Verlust, sondern insbesondere auch für die Vereine, die durch das Fest „mit dem Verkauf ihre Vereinskasse aufbessern“ können, wie Rothenhäusler im November im Fellbacher Integrationsausschuss erläuterte.
In diesem Jahr bereits am zweiten Juni-Wochenende
Eine Veränderung wurde in jener Sitzung allerdings für 2026 doch verkündet: Üblicherweise findet die Fiesta am dritten Juni-Wochenende statt. Der Sonntag ist der 21. Juni – an diesem Datum hat sich allerdings die vom Fellbacher Kulturamt veranstaltete Fête de la Musique mit zahlreichen Straßenmusikern an allen Ecken und vor allen Scheunen etabliert.
Damit sich beide Veranstaltungen keine Konkurrenz machen, wird die Fiesta International nun um ein Wochenende vorgezogen und findet von Freitag, 12., bis Sonntag, 14, Juni, auf dem Guntram-Palm-Platz statt.