Stets Riesenstimmung bei „Live im Park“ vor der Bühne auf dem Guntram-Palm-Platz in Fellbach (links oben). In diesem Jahr zu erleben: Abba-Songs mit „4 Swedes“, die Band Round Midnight sowie The Stereolines (rechts unten). Foto: Peter D. Hartung (Stadtwerke Fellbach), Veranstalter

Die Forderung der CDU-Fraktion, die Künstler-Gagen zu reduzieren, hat Unstimmigkeiten ausgelöst. Wie es mit der beliebten sommerlichen Konzerteihe weiter geht, lesen Sie hier.

Es ist, wie das Ereignis immer wieder treffend bezeichnet wird, „der Soundtrack zum Sonnenuntergang“. Und auch im kommenden Sommer findet das Festival jeden Donnerstagabend auf dem Guntram-Palm-Platz in Fellbach (Rems-Murr-Kreis) statt, wie der Geschäftsführer der Stadtwerke Fellbach, Gerhard Ammon, unmissverständlich klarstellt.

 

Dass Ammon dies besonders betonen muss, hat mit den Irritationen der vergangenen Wochen zu tun. Denn die CDU-Fraktion im Gemeinderat Fellbach hatte zwar nicht „Live im Park“ grundsätzlich, aber die Höhe des Budgets dafür in Frage gestellt. Das Veranstaltungsformat sei „keine Pflichtaufgabe der Stadtwerke“, und „jede Unterdeckung schmälert die Gewinnausschüttung an die Stadt Fellbach“, konstatierte Sprecherin Anja Off jüngst in den Haushaltsberatungen für 2026.

Bis zu 3500 Gäste jeden Donnerstagabend

Deshalb müssten Kosten und Erlöse konsequent überprüft werden, die Standbetreiber müssten sich, so die CDU, angemessen an den Ausgaben etwa für Toiletten beteiligen. Und bei den Gagen für die Bands seien „Einsparpotenziale“ zu prüfen. Übersetzt: Die Musiker sollten geringer bezahlt werden.

Im Gemeinderat reagierte die Verwaltung wenig begeistert auf diesen Vorstoß und stellte stattdessen den Erfolg der Reihe in den Vordergrund. Demnach kommen an den zehn Veranstaltungen bei „Live im Park“ je Konzertabend bis zu 3500 Gäste aus Fellbach und der weiteren Umgebung. Die Kosten tragen zum allergrößten Teil die Stadtwerke Fellbach. Der größte Anteil entfällt dabei auf die Bühne, das Personal und die Technik für den Sound (von der Fellbacher Eventgesellschaft Feel gestellt), ferner auf die Gagen für die Bands.

Die Kernbotschaft laute: Die Stadtwerke schaffen mit „Live im Park“ ein einmaliges Angebot, das es so weder in Fellbach noch in der Umgebung gibt und das überdies kostenlos ist. „Damit wird eine Verbundenheit der Besucher mit den Stadtwerken erreicht, die nach vielfacher Rückmeldung eine beachtliche Markenbindung erzeugt; die Wechselbereitschaft von Kunden wird dadurch spürbar reduziert.“ Dass dieses Konzept erfolgreich ist, zeige sich an der hohen Kundentreue, von der die Stadtwerke im Vergleich mit anderen kommunalen Versorgungsunternehmen profitierten.

„Gemessen an diesem Ergebnis ist ein finanzieller Einsatz von circa 1,50 Euro je Fellbacher Einwohner für die gesamte Veranstaltungsreihe (zehn Abende pro Sommersaison) unter Marketinggesichtspunkten äußerst gering“, so die Verwaltung. Möglich sei dieser sparsame Mitteleinsatz von in der Summe circa 70 000 Euro nur aufgrund „der betriebswirtschaftlich stark optimierten Durchführung der Veranstaltung, insbesondere in Form hoher Eigenleistungen“.

Der Aufsichtsrat der Stadtwerke habe sich im Oktober 2025 mit Einzelaspekten der Veranstaltung wie Kosten, Catering, Sicherheitskonzept beschäftigt, die Ausführungen wohlwollend zur Kenntnis genommen und dabei insbesondere die professionelle, reibungslose Organisation von „Live im Park“ gelobt.

„Das Grundkonzept von Live im Park hat sich über die Jahre hin bewährt“, erläutert Ammon kurz danach in einem Gespräch mit unserer Redaktion. Mit der neuen großen Bühne biete man seit dem vergangenen Jahr noch besseren Service – für die Musiker, die mehr Platz haben, wie auch für die Zuschauer, die das Geschehen nun auch von der Seite beobachten können.

Der Strohhut sitzt: Stadtwerke-Geschäftsführer Gerhard Ammon und Sabine Sorg, Organisatorin des Musikfestivals „Live im Park“. Foto: Hartung (cf)

Und: „Es bleibt weiter umsonst, und auch die Atmosphäre wird so bleiben, dass man sich am frühen Abend für vier Stunden eine Auszeit vom Alltag nehmen kann: Wir wollen ein After-Work-Event bieten und keine Nightlife-Veranstaltung.“ Die Verstärkeranlage wird deshalb um 21.30 Uhr abgestellt, dann kann man noch eine halbe Stunde an den Ständen ein letztes Bier oder Viertele bestellen, ehe Schluss ist auf dem Areal vor der Schwabenlandhalle.

Eine Veränderung gibt es allerdings: Der Auftakt wie auch das Ende werden um eine Woche vorgezogen, da es im September doch abends schon etwas kühl werden kann. Sabine Sorg, bei den Stadtwerken zuständig für Marketing und Pressearbeit und Cheforganisatorin von „Live im Park“, hat für die zehn Abende 13 Bands engagiert. Somit verwandelt sich an zehn Donnerstagen, vom 2. Juli bis zum 3. September, die Wiese vor der Schwabenlandhalle wieder in eine stimmungsvolle Open-Air-Bühne.

Bis zu 100 Bands aus dem Umkreis und inzwischen auch aus ganz Deutschland bewerben sich um einen Auftritt – was zeigt, welchen Stellenwert „Live im Park“ mittlerweile auch in Fachkreisen genießt. „Bei der Bandauswahl bleiben wir unserem bewährten Konzept treu“, erläutert Sabine Sorg: „Wir präsentieren nicht nur Bands aus Fellbach, sondern auch aus dem Umland und immer wieder internationale Künstler.

Das Programm der zehn Abende

Start ist in diesem Jahr am Donnerstag, 2. Juli, mit „Udo Lindenberg trifft Peter Maffay“. Die beiden nächsten Abende bestreiten Dr. Noblues und The Stereolines. Am 23. Juli gibt es ein Doppelkonzert mit Bruchpilot und Shimmer. Round Midnight spielt am 30. Juli auf.

Die Abba-Tribute-Band „4 Swedes“ folgt Anfang August, der Remstal-Reggae-Man John Noville erklimmt am 13. August die Bühne, es folgt ein weiteres Doppelkonzert mit Beaty Fools und Rewind. Musicalhits bietet die Band MMonks am 27. August, ehe Bigger Bang, die Rolling-Stones-Tribute-Band aus Stuttgart, den Schlussakkord fürs diesjährige „Live im Park“ anstimmt. Denn, ganz klar: „I can’t get no Satisfaction!“