Die Belforter Tage in Leonberg bieten Kulinarisches und Kulturelles.
Einen bunten kulinarischen Streifzug bietet der französische Markt auf dem historischen Leonberger Marktplatz noch am heutigen Samstag. Anlass sind die Belforter Tage. Jeweils im jährlichen Wechsel besuchen sich Delegationen der Partnerstädte Leonberg und Belfort. Die Städtepartnerschaft besteht seit dem Jahr 1977 und wird seitdem intensiv mit Leben gefüllt. An diesem Wochenende sind rund 60 Gäste angereist und nehmen Leonbergerinnen und Leonberger mit auf eine kulturelle, musikalische und kulinarische Erkundungstour durch Frankreich.
Der elsässische Flammkuchen darf nicht fehlen
Ganz naheliegend für uns, weil fast direkt vor unserer Haustüre, sind elsässische Spezialitäten. Da darf der Flammkuchen nicht fehlen. Simon Bourigault bietet sie frisch aus seinem 500 Grad heißen Holzofen an. Der extrem dünne Teig wird von seinen Großeltern im elsässischen Soufflenheim produziert und hier in Leonberg in nur einer Minute verbacken. Der Belag besteht aus Schmand, von Simon verfeinert mit etwas Bibbeleskäs, der ganz traditionell mit Speck und Zwiebeln belegt wird. „Aber auch Vegetarisches wird mehr und mehr nachgefragt“, sagt Simon und so bietet er Varianten mit Champignons oder Lauch an. Passend zum Flammkuchen gibt es gleich nebenan einen Stand mit Wein- und Sektspezialitäten. Claudia Wagner betreut hier den Ausschankwagen mit dem Namen „Pomme Ivre“, zu Deutsch „Der betrunkene Apfel“. Ihre Spezialität ist Apfelcidre aus der Bretagne. Aber auch zahlreiche Weine aus dem Elsass und ganz Frankreich können verkostet werden, darunter Gewürztraminer oder auch gehobene rote Tropfen wie der Saint Emilion aus dem Bordeaux. Zum Nachtisch dürfen süße Flans, Eclairs und Apfelkuchen nicht fehlen und Macarons, das französische Mandel-Baisergebäck, gibt es in zahlreichen Farben und ausgefallenen Varianten – darunter mit Himbeergeschmack in Rosa, Hellgrün mit Pistazien, Orange mit Melone oder Dunkelbraun mit Nutellageschmack. Wer es deftig mag, findet bei der reichen Käse- und Salamiauswahl etwas passendes.
Für die Stadt Leonberg bedeutet der Austausch, die deutsch-französische Freundschaft auf kommunaler Ebene zu leben und zu fördern. Dies geschieht insbesondere im persönlichen, interkulturellen Austausch. Die Partnerschaft beinhaltet unter anderem einen politischen beziehungsweise fachkommunalen Austausch. In den Bereichen Sport, Kultur, Mobilität und Stadtplanung arbeiten die Städte, wo immer möglich und sinnvoll, eng miteinander zusammen. Bei den Belforter Tagen erhält die Delegation aus Frankreich diesmal Einblicke in das Leonberger Stadtentwicklungsprojekt „Stadt für morgen“. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Stadtplanung.
Deutsch-französische Freundschaft leben und fördern
Auf dem Programm steht außerdem ein ökumenischer Gottesdienst im Freien am Sonntag, am Vereinsheim der Lyra Leonberg, hier kommen die Kirchengemeinden aus den beiden Städten zusammen. Denn die Städtepartnerschaft zwischen Belfort und Leonberg entstand aus der Kooperation zwischen den Kirchengemeinden und wird auch heute noch dort fortgetragen.
Am Sonntagnachmittag, um 15 Uhr, musizieren die Orchester der Jugendmusikschule Leonberg und des Conservatoire Henri Dutilleux in der Leonberger Stadthalle. Das deutsch-französische Konzert ist kostenfrei.
Der Marché Français auf dem Leonberger Marktplatz mit seinen kulinarischen Spezialitäten ist noch bis zum morgigen Samstag von 10 bis 19 Uhr geöffnet.