Der Oberriexinger Ferry Weiss (links) und der Dortmunder Sidney Hoffmann wurden mit ihrem Podcast „Sidney und Ferry“ bekannt. Foto: privat

Ferry Weiss ist zusammen mit Sidney Hoffmann ab Ende November mit seiner eigenen Sendung auf Sport1 zu sehen. Dass das möglich wurde, ist alles andere als selbstverständlich.

Für viele dürfte der Oberriexinger (Kreis Ludwigsburg) Ferry Weiss vor allem als Podcast-Host bekannt sein. Seit über eineinhalb Jahren plaudern Sidney Hoffmann und er wöchentlich über Autos, aber auch über Alltägliches wie Handytarife oder das Eheleben. Ab 30. November sind die beiden nun zusätzlich im TV zu sehen – mit ihrer eigenen Serie auf Sport1.

 

Bei „PS Profis – Sidney’s Autocheck und Ferry“ wollen Weiss und Hoffmann Gebrauchtwagen testen und den Zuschauern Kauftipps geben. Das Format ist zuerst einmal für eine Staffel angelegt. Ob es danach weitergeht, hängt davon ab, wie erfolgreich die Sendung läuft – und wie es im Fernsehgeschäft allgemein weitergeht.

Weiss und Hoffmann haben bereits für Sport1 gearbeitet

Über ihren Podcast „Sidney und Ferry“ kamen immer wieder Anfragen von Zuhörern, ob die beiden nicht auch Videos für YouTube machen könnten. Vor gut einem Jahr begannen Weiss und Hoffmann dann zu drehen. Plötzlich rief der damalige Geschäftsführer von Sport1 bei Weiss an. „Er hat gefragt, ob wir was machen könnten. Dann habe ich ihm gesagt: ‚Klar, kein Problem. Wir haben auch schon gedreht, liegt alles parat auf meiner Festplatte.’“, erzählt Weiss.

Weiss und Hoffmann sind bei Sport1 keine Unbekannten. Der Dortmunder Hoffmann moderierte dort lange Jahre die Sendung „Die PS-Profis – Mehr Power aus dem Pott“. Weiss war dafür als Redakteur im Einsatz, zunächst bei einer Produktionsfirma, später direkt bei Sport1. In dem neuen Format werden beide nun erstmals zusammen vor der Kamera stehen.

Das Format soll eine Mischung aus Verbrauchertipps und Unterhaltung sein. In jeder Folge wird ein Gebrauchtwagen getestet. „Der aktuelle Markt ist extrem unübersichtlich. Die Preise sind total wild, die Leute sind verunsichert. Wir haben durch Zuhöreranfragen beim Podcast gemerkt, dass das ein echtes Thema ist“, erklärt Weiss.

Doch es werden nicht nur gewöhnliche Fahrzeuge auf Herz und Nieren geprüft. In den ersten vier Folgen stehen etwa ein Audi RS Q3, ein Bugatti Veyron, ein Mercedes SLS AMG electric drive und ein speziell für die DTM hergestellter Opel Omega im Fokus. Insgesamt soll es aber ein Mix werden aus Alltagsfahrzeugen und „Traumwagen, die 99 Prozent der Menschen niemals fahren werden“.

Fernsehwelt befindet sich im Umbruch

In diesem Jahr werden zunächst vier Folgen ausgestrahlt, im ersten Halbjahr 2026 sollen 16 weitere folgen. Wenn die Serie gut läuft, könnte sie auch längerfristig bestehen bleiben – Gespräche über eine zweite Staffel laufen bereits mit Sport1. Eine Garantie dafür gibt es aber nicht.

Die Fernsehwelt sei gerade im Umbruch, sagt Weiss. „Das ist ziemlich wild, weil die Werbegelder drastisch zurückgehen und extrem viele Leute entlassen werden. Das geht zurzeit leider nur in eine Richtung.“ Die Sender würden heutzutage lieber Lizenzen aus dem Ausland kaufen, bei denen klar sei, dass das Format funktioniere. „Dass Fernsehsender heutzutage nochmal ein neues Format ausprobieren – das macht eigentlich keiner mehr. Denen ist das Risiko zu hoch. Deswegen ist das ein mutiger Schritt von Sport1.“