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Bei der Trauerfeier für einen 21-jährigen gefallenen Soldaten hat Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) keinen Zweifel am Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan gelassen.

Bad Saulgau - Bei der Trauerfeier für einen 21-jährigen gefallenen Soldaten hat Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) keinen Zweifel am Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan gelassen. "Diejenigen, die jetzt an Rückzug denken, würden Afghanistan wieder in die Hände der Taliban geben", sagte Jung am Donnerstag in der Sankt-Johannes-Baptist-Kirche in Bad Saulgau (Kreis Sigmaringen). Rund 800 Menschen nahmen Abschied von dem Hauptgefreiten, der vor gut einer Woche bei Kundus in einen Hinterhalt geraten und in einem Feuergefecht getötet worden war.

Der Angriff auf die deutschen Soldaten "hat uns mit brutaler Klarheit den hohen Preis dafür vor Augen geführt, dass wir in Deutschland in Frieden und Freiheit leben können", sagte Jung. Afghanistan brauche weiterhin die Hilfe der Bundeswehr, um sich gegen Terrorismus und die organisierte Kriminalität behaupten zu können. Deutschland sei es dem gefallenen 21-Jährigen schuldig, sich "den Handlangern des Terrorismus entschieden in den Weg zu stellen". Für dieses Ziel sei der Soldat mit seinem Leben eingetreten, sagte der Minister.

Der 21-Jährige war seit zweieinhalb Jahren Soldat. In Afghanistan sei er am 29. April mit seiner Patrouille auf dem Rückweg von einer Erkundungsfahrt gewesen, als die Soldaten zweimal in einen Hinterhalt gerieten und beschossen wurden, schilderte Jung. Zunächst war es den neun geschützten Fahrzeugen gelungen durchzubrechen. Im zweiten Hinterhalt gerieten sie aber in einen massiven Überfall. Mehrere Minuten lang lieferten sie sich mit den Angreifern ein Gefecht. Eine Panzerfaust traf schließlich den Panzerwagen der Bundeswehr vom Typ "Dingo", in dem der 21-Jährige war. Der junge Soldat wurde so schwer verletzt, dass er wenig später starb. Mehrere seiner Kameraden wurden ebenfalls verwundet.

"Sergej Motz wurde mitten aus dem Leben gerissen - hinterhältig und verbrecherisch", sagte Jung. Die Soldaten seien in eines der schwersten Feuergefechte in der Geschichte des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr verwickelt worden. Der 29. April sei ein schwarzer Tag für die Bundeswehr und die internationale Schutztruppe in Afghanistan gewesen, sagte der Minister.

Der 21-Jährige gehörte zuletzt zur 2. Kompanie des Jägerbataillons in Donaueschingen. Er hatte sich bis Ende 2010 als Zeitsoldat bei der Bundeswehr verpflichtet.

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