Polizeipräsenz beim Spiel Karlsruher SC gegen Hamburger SV am 1. Juni Foto: dpa

Der Trend der vergangenen Jahre setzt sich fort: Die Arbeitsbelastung der Polizei rund um Fußballspiele ist erneut gestiegen. Landesinnenminister Gall (SPD) zieht dennoch ein positives Fazit.

Stuttgart - Die Polizei war in der vergangenen Saison rund um Fußballspiele im Südwesten so gefordert wie noch nie. Das zeigen die neuen Zahlen der Landesinformationsstelle Sporteinsätze (LIS) im Innenministerium, die unserer Zeitung exklusiv vorliegen. Rund 193 200 Einsatzstunden leisteten die Beamten demnach für die Sicherheit bei Begegnungen von der Bundes- bis zur Oberliga, davon etwa 162 000 bei Partien in den ersten drei Spielklassen – das ist Rekord.

Der Aufwand für Test-, Pokal-, Relegations- und Länderspiele – immerhin 21 475 Stunden – sind in diese Zahlen nicht eingerechnet. Innenminister Reinhold Gall (SPD) bewertet die Saison aus polizeilicher Sicht dennoch positiv: „Ich bin zufrieden damit, dass die Einsatzbelastung für die Polizei trotz deutlich mehr Spielen nur moderat gestiegen ist“, sagte er unserer Zeitung.

In der Spielzeit zuvor waren es knapp 185 000 Einsatzstunden gewesen. Allerdings hatte es in der jüngst zu Ende gegangenen Saison auch schwierigere Umstände für die Polizei gegeben: Baden-Württemberg war durch den Drittliga-Aufstieg der SG Sonnenhof Großaspach erstmals mit zehn Vereinen in den drei höchsten Spielklassen vertreten. Hinzu kam die sportlich angespannte Lage der abstiegsbedrohten Bundesligisten VfB Stuttgart und SC Freiburg sowie die Umzüge der Drittligisten Stuttgarter Kickers (nach Reutlingen) und VfB II (nach Großaspach) wegen der Sanierung des Gazistadions.

Die Gesamtkosten für alle Einsätze in der vergangenen Saison belaufen sich nach Informationen unserer Zeitung auf knapp elf Millionen Euro. Das Bremer Modell, wo der Senat versucht, über eine Rechnung an die Deutsche Fußball-Liga Teile der Polizeikosten erstattet zu bekommen, oder eine Umlage an die Vereine lehnt Baden-Württemberg ab.

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