Die Schönbuchbahn kommt in Fahrt, die Ammertalbahn nicht. Das ist die Bilanz der Eisenbahnen im Landkreis Böblingen.
Noch immer fährt die Ammertalbahn von Tübingen nach Herrenberg im Stundentakt und muss durch einen Schienenersatzverkehr mit Bussen ergänzt werden, die im 20- und 40-Minutentakt fahren. DB Regio hat den Fahrplan deswegen ausgedünnt, weil die Schienen und Räder der Bahn außergewöhnlich schnell verschleißen. Welche Ursache dahinter steckt, haben die Techniker noch nicht herausgefunden.
In einer Pressemitteilung hat DB Regio jetzt den genauen Fahrplan bekannt gegeben, der seit Montag, 29. September gilt. Die Züge verkehren ab Tübingen Hauptbahnhof in Richtung Herrenberg von 5.41 Uhr bis 23.41 Uhr im Stundentakt jeweils zur Minute 41. In Herrenberg fahren die Züge von 5.49 Uhr bis 23.49 Uhr in Richtung Tübingen stündlich zur Minute 49. Außerhalb dieses Zeitraums gibt es zwei zusätzliche Züge. Sie fahren vom Tübingen Hauptbahnhof um 4.27 Uhr und 5.11 Uhr, von Herrenberg um 4.59 Uhr und 0.19 Uhr.
Ammertalbahn weiter außer Takt
Die Busse fahren weiterhin in einem 20- und 40-Minuten Takt, die Abfahrtszeiten werden analog dem Zugverkehr angepasst. Die Busse starten ab Tübingen Hauptbahnhof jeweils zur Minute 10 und 50 mit allen Unterwegshalten, ab dem Zentralen Omnibusbahnhof in Herrenberg jeweils zur Minute 15 und 55.
Damit können die Schüler die Zugverbindung um 6.49 Uhr ab Herrenberg beziehungsweise von 7.02 Uhr ab Entringen in Richtung Tübingen nutzen, um pünktlich zur ersten Stunde an den Tübinger Schulen anzukommen. Auch der Umstieg in Pfäffingen auf den Bus der Linie 793 in die Schulen nach Rottenburg ist mit dieser Verbindung erreichbar. Das gleiche gilt für die Gegenrichtung. Wenn der Zug aus Tübingen um 7.11 in Herrenberg ankommt, erreichen die Schüler ebenfalls pünktlich ihre Schulen.
Die Ursachenforschung und Auswertung der Verschleißproblematik läuft unterdessen weiter. Man habe noch keine Ursache gefunden, heißt es bei der Pressestelle der DB Regio. Der Zweckverband Ammertalbahn und die DB Regio sind sich der dadurch entstehenden Auswirkungen für die Fahrgäste bewusst, und die Betreiber setzen alles daran, um die Einschränkungen so kurz wie möglich zu halten und wieder zum Regelbetrieb zurückzukehren, heißt es in der Pressemitteilung. Wann die Ammertalbahn wieder in den regulären Betrieb geht, dazu kann der Zweckverband keine Angaben machen.
Landkreis fordert Stopfmaschine an
Weitere Informationen gibt es in den Online-Fahrplänen sowie auf der Homepage der Ammertalbahn (www.ammertalbahn.de).
Gute Nachrichten kommen indessen von der Schönbuchbahn. Sie soll vom 10. Oktober an wieder durchgehend in Betrieb sein, das bekräftigte der Böblinger Landrat Roland Bernhard noch einmal am Montag im Kreistag. Bei der Sitzung des Umwelt- und Verkehrsausschusses sagte er, die Bewegungen im Gleisbett stellten kein Risiko mehr dar. Inzwischen habe der Landkreis eine sogenannte Stopfmaschine angefordert, die das Gleisbett zwischen Weil im Schönbuch und Holzgerlingen verdichten soll, um die Schienen weiter stabil zu halten.