So könnte der neu gestaltete Schwanenplatz im Jahr 2019 einmal aussehen. Rechts sind die Wohngebäude zu sehen, mit deren Bau jetzt begonnen wird. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Die geplanten 95 Wohnungen sollen bis Ende Dezember 2018 fertig sein. Der Platz soll ein Shared Space werden. Vor dem Mineralbad Berg müssen 88 Parkplätze angelegt werden.

S-Ost - Am Schwanenplatz im Stadtteil Berg rollen in diesen Tagen Bagger und Laster an. Und das nicht nur im Zusammenhang mit der bereits begonnenen Generalsanierung des Mineralbads Berg, sondern auch auf der seit Längerem schon brach liegenden Fläche zwischen dem Bad, der Straße Am Schwanenplatz und der Karl-Schurz-Straße. Dort beginnt die GWG-Gruppe – GWG steht für Gesellschaft für Wohnungs- und Gewerbebau Baden-Württemberg AG – nach langer Vorlaufzeit mit dem Bau von Wohnhäusern mit insgesamt 95 neuen Wohnungen.

30 Wohnung für Familien mit mittleren Einkommen

Auf dem Areal sollen zehn Gebäude errichtet werden, sieben davon entlang der Außenseiten des Areals, drei im Innenbereich. Von den 95 Wohnungen werden 35 im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus gefördert, 30 Einheiten davon sind für Familien mit mittleren Einkommen vorgesehen. Außerdem sind 37 frei finanzierte Mietwohnungen sowie – in den Gebäuden im Innenbereich – 23 Eigentumswohnungen geplant. Unter dem Areal entsteht eine Tiefgarage mit 110 Stellplätzen.

Im Erdgeschoss der Neubauten an der Straße Am Schwanenplatz und vor allem auch im Eckgebäude am Platz selbst sind auch Flächen für gewerbliche Nutzung vorgesehen. Zum einen soll es sich dabei um Büroräume, zum anderen aber auch beispielsweise um eine Bäckerei eventuell mit Café-Betrieb zum Platz hin handeln. Im Eckgebäude am Schwanenplatz wird eine zweigruppige Kindertagesstätte mit Außenspielfläche im Innenbereich entstehen. Dort ist auch eine Art Quartiersplatz mit Aufenthaltsmöglichkeiten und öffentlichen Spielflächen vorgesehen.

Entscheidung über Gesundheitscampus bis Ende des Jahres

Mit den Bauarbeiten soll in den nächsten Tagen begonnen werden. Die Fertigstellung der Neubauten ist für Ende 2018 geplant, also für den Zeitraum, wenn auch das dann generalsanierte Mineralbad Berg wieder eröffnet werden soll. Eine Entscheidung, ob der unter anderem von den Berger Bürgern gewünschte Gesundheitscampus auf dem Grundstück zum Mineralbad hin realisiert werden kann, soll bis Ende des Jahres fallen.

Zumindest zum Teil bereits entschieden ist die Frage, wie der Schwanenplatz selbst möglichst inklusive der direkt angrenzenden Grünbereiche zum Unteren Schlossgarten hin gestaltet werden soll. Einen entsprechenden Wettbewerb dafür, an dem insgesamt sechs Architekturbüros teilnahmen, hat das Büro Wiedemann und Schweizer Landschaftsarchitektur, das seinen Sitz in der Pflasteräckerstraße im Stuttgarter Osten hat, gewonnen. Im Siegerentwurf wird der Stadtteil Berg und vor allem auch das Gebiet am Schwanenplatz als Teil der gesamten Stuttgarter Parklandschaft gesehen. Deswegen wird für einen Erhalt der parkähnlichen Anlage zwischen Platz und Stadtbahngleisen plädiert, mit einem gestrafften Netz von – getrennten – Fuß- und Radwegen. Der Platz soll sich zu dieser Berger Parklandschaft hin öffnen mit im Vergleich zu jetzt besseren Sichtbeziehungen zum Schlossgarten hin.

Höchstgeschwindigkeit 20 Stundenkilometer

Der Autoverkehr – ein viel diskutiertes Thema in Berg – soll an den nördlichen Rand des Areals, also zur Straße Am Schwanenplatz hin gedrängt werden. Dort müssen vor dem Mineralbad 88 Parkplätze für das Bad eingerichtet werden. Der Schwanenplatz selbst soll von dem platzähnlich aufgeweiteten Bereich mit den Einmündungen der Straßen Am Schwanenplatz, Nißlestraße und Klotzstraße sowie bis zur Karl-Schurz-Straße hin als Shared-Space-Bereich gestaltet werden. Dort wären dann alle Verkehrsteilnehmer wie beispielsweise in der Tübinger Straße in Stuttgart-Mitte gleichberechtigt, die Höchstgeschwindigkeit für Auto- (und Rad-)fahrer liegt bei 20 Kilometern pro Stunde.

Alle zum Wettbewerb eingereichten Arbeiten werden von 25. Oktober an in der Berger Kirche ausgestellt (geöffnet Dienstag bis Sonntag von 16 bis 18 Uhr).

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