Die abgerissene Villa ähnelte dieser in der Nähe befindlichen und inzwischen ebenfalls abgerissenen Villa. Foto: Wolfgang Voigt

Schlacke vom Abbruch einer historischen Villa am Killesberg hatte in Backnang Aufregung verursacht. Nun gibt das Landratsamt Entwarnung: Entgegen einer Anzeige enthalte sie keine Schadstoffe.

Der Verdacht gegen einen Stuttgarter Immobilienunternehmer, belasteten Bauschutt aus dem Abbruch einer historischen Villa am Killesberg illegal entsorgt zu haben, scheint sich zu entkräften. Nach einer Untersuchung des auf einem Gelände in Backnang gelagerten Materials gibt das zuständige Landratsamt des Rems-Murr-Kreises Entwarnung. Entgegen den in einer Strafanzeige geäußerten Vermutungen enthalte es danach „keinen Asbest und ist auch sonst nicht weiter auffällig“, bestätigte eine Kreissprecherin. Das Material sei inzwischen ordnungsgemäß entsorgt worden, der entsprechende Nachweis liege der Behörde vor.

 

Bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart laufen derzeit noch Ermittlungen wegen des Verdachts des unerlaubten Umgangs mit Abfällen. Auslöser waren laut der Behörde Vorwürfe in der „Strafanzeige einer Privatperson“. Das Verfahren könne bis jetzt nicht abgeschlossen werden, da noch nicht alle Akten der Polizei vorlägen, erläuterte eine Sprecherin.

Der beschuldigte Unternehmer hatte versichert, er habe nicht wissentlich belastetes Material in Backnang gelagert; durch das Ergebnis der Untersuchungen zeigte er sich bestätigt. Als Hintergrund der Vorwürfe vermutet der Mann einen Zusammenhang mit einer laufenden familienrechtlichen Auseinandersetzung.

Villa des Architekten Schmitthenner

Bei dem abgerissenen Gebäude handelt es sich um eine Villa in der Eduard-Pfeiffer-Straße unweit des Kriegsbergturms, die 1936 von dem bekannten Architekten Paul Schmitthenner entworfen worden war. Sie wurde von dem Erwerber im Herbst 2019 abgerissen, kurz bevor über eine Einstufung als Denkmal entschieden werden sollte. Das Grundstück liegt bis heute brach. Eine weitere, ähnliche Schmitthenner-Villa ganz in der Nähe wurde 2021 ebenfalls abgerissen. Zuvor hatten sich mehrere Architekturfachleute vergeblich für die Erhaltung des nicht denkmalgeschützten Gebäudes eingesetzt.

Nach dem Abbruch waren 35 große Säcke mit Schlacke auf dem Gelände in Backnang gelagert worden. Infolge der Anzeige war es zu einer Durchsuchung auf dem Areal gekommen. Dabei wurde festgestellt, dass die Säcke „ungeschützt im Freien“ lagerten und teils bereit porös waren. Eine akute Gefährdung für Boden oder Grundwasser hatten die Behörden nicht gesehen – was sich nun bestätigt hat.