Die Schulen können die hohen Erwartungen an den Inklusions-Unterricht derzeit nicht erfüllen. Foto: dpa

Es ist ein weiter Weg bis alle allgemeinen Schulen im Land Inklusion anbieten können. Für betroffene Eltern stellt sich bei der Schulwahl für ihre behinderten Kinder vor allem die Frage, ob sie ihren Anspruch senken können, meint unsere Redakteurin Renate Allgöwer.

Stuttgart - Die Lehrer zeichnen ein dramatisches Bild. Die Ausstattung für den gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern sei unzureichend, es fehle am Fachpersonal. In der jüngsten Umfrage des Verbandes Bildung und Erziehung gehen sie sogar soweit zu sagen, behinderte Kinder würden durch Inklusion benachteiligt.

Emotionale Debatte

Das Thema ist mit vielen Emotionen besetzt, die Debatte geht schnell ins Grundsätzliche. Dennoch ist festzuhalten, niemand stellt in Frage, dass es in Baden-Württemberg inklusiven Unterricht geben soll. Doch es lässt sich nicht wegdiskutieren, es gibt zu wenig Sonderpädagogen und ein Lehrer allein kann in einer Inklusionsklasse nicht alle Kinder so fördern wie es wohl nötig wäre. Bis sich die personelle Lage bessert, wird es Jahre dauern.

Allgemeine Schulen brauchen noch lange

Mit ehrlichen Bestandsaufnahmen und Prognosen wäre Eltern und behinderten Kindern momentan wohl am meisten geholfen. Es bleibt das Wahlrecht zwischen inklusiver Beschulung und dem Besuch einer Sonderschule. Eltern müssen wissen, dass in der allgemeinen Schule optimale sonderpädagogische Förderung in absehbarer Zeit nicht möglich ist, ehe sie sich für die Inklusion entscheiden. Es muss klar sein, was an welcher Schule erwartet werden kann. Zu große Versprechungen führen nur zu Enttäuschungen.