Beliebt: Fahren ohne Volljährigkeit Foto: dpa

Begleitetes Fahren für Jugendliche steht hoch im Kurs. In Baden-Württemberg gibt es bereits mehr Prüfungen für den Führerschein mit 17 als traditionelle PKW-Führerscheinprüfungen.

Stuttgart - Gut sieben Jahre nach seiner Einführung erfreut sich der Führerschein mit 17 bei den Jugendlichen im Südwesten steigender Beliebtheit. „Es ist ein klarer Trend hin zum Begleiteten Fahren mit 17 zu erkennen“, sagt Vincenzo Lucà, Sprecher beim TÜV Süd.

Waren es bei der Einführung im Jahr 2008 noch 49741 Jugendliche, die sich in Baden-Württemberg entschieden, ein Jahr früher die Fahrschulbank zu drücken, stieg die Zahl der 17 Jahre alten Fahranfänger 2014 auf 82087 und damit um 65 Prozent. So wurden in den vergangenen zwei Jahren landesweit erstmals mehr sogenannte BF-17-Führerscheine ausgestellt, als gängige PKW-B-Scheine für 18-Jährige und Ältere.

Politiker und Verkehrsexperten sehen die vor allem im ländlichen Raum zu beobachtenden Trend hin zum BF-17 positiv. Zwar sind die Fahranfänger bis 24 Jahre noch immer die Hochrisikogruppe für Verkehrsunfälle. Die Zahl der 18 bis 24-Jährigen, die in Baden-Württemberg einen Verkehrsunfall verursacht haben, ist in den zurückliegenden fünf Jahren aber gesunken. „Unsere Verkehrsfachleute sind sich einig, dass die rückläufigen Zahlen zum Teil auch auf das BF-17 zurückzuführen sind“, so ein Sprecher des Innenministeriums.

Überzeugt von dem Modell sind auch die Experten bei der Bundesanstalt für Straßenwesen. Deshalb wird überlegt, wie sich das Modell des Begleiteten Fahrens weiterentwickelt lässt, um die Sicherheit für Fahranfänger weiter zu verbessern. In englischsprachigen Ländern in Übersee oder in Israel ist das begleitete Fahren in unterschiedlichen Zeitspannen für jeden Fahranfänger verbindlich – unabhängig davon, wie alt er ist. So könnten auch in Deutschland Anreize geschaffen werden, dass Ältere oder sogar 16-Jährige zunächst nur unter Begleitung unterwegs sind.

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