Der Stadtseniorenrat kämpft für einen zentralen Ort der Begegnung in Kornwestheim (Kreis Ludwigsburg). Die Ehrenamtlichen bemängeln, kein Gehör zu finden und fühlen sich missverstanden.
Gemeinsam eine gute Zeit verbringen, sich mit Gleichgesinnten austauschen und neue Kontakte knüpfen: Seit Jahren wünscht sich der Stadtseniorenrat Kornwestheim eine zentrale Begegnungsstätte in der Stadt. Nicht nur, aber gerade ältere Einwohner vermissen ein solches Angebot, argumentiert er. Doch auch mit ihrem erneuten Vorstoß haben die Interessenvertreter eine Absage des Gemeinderates kassiert. Mehr noch: Der Vorstand fühlt sich in Teilen missverstanden.
Schon vor rund sechs Jahren wurde ein erster Anlauf unternommen. Zunächst wurde der Schafhof in der Badstraße als zentraler Treffpunkt ins Auge gefasst. In dem Fachwerkhaus bietet die Awo bereits Veranstaltungen für Senioren an. Eine Ortsbegehung und eine Prüfung der Stadtverwaltung ergaben jedoch, dass es gar nicht oder nur mit hohem finanziellem Aufwand möglich wäre, das denkmalgeschützte Gebäude barrierefrei zu erschließen. „Deshalb haben wir vom Standort Schafhof Abstand genommen“, erklärt Siegfried Dannwolf, Vorsitzender des Stadtseniorenrats.
Ehrenamtliche lassen nicht locker
Vor etwas mehr als zwei Jahren wandte sich der Stadtseniorenrat wieder an die Verwaltung. Die Ehrenamtlichen reichten einen Antrag ein und bekräftigten darin ihren Wunsch nach einer Generationen-Begegnungsstätte. Dabei verwies der Vorstand darauf, dass sich der Schafhof wegen mangelnder Barrierefreiheit nicht dafür eigne, und forderte dazu auf, eine städtische Fläche in der Jakobstraße als Standort zu prüfen.
Nachdem auch diese Bemühungen erfolglos blieben, startete der Stadtseniorenrat im vergangenen Jahr abermals einen Vorstoß. Er erinnerte an sein Anliegen und bat um Gespräche zu diesem Thema. „Uns wurde zugesagt, dass man mit uns redet“, erläutert Dannwolf. Tatsächlich hätten allerdings nur einzelne Vertreter aus der Kommunalpolitik das Gespräch gesucht.
Im vergangenen November kam das Thema Generationen-Begegnungsstätte zwar erneut während der Haushaltsberatungen auf den Tisch. Mit Blick auf die finanzielle Lage sei der Antrag aber ohne weiteren Austausch mit dem Stadtseniorenrat zurückgestellt und auf dieses Jahr vertagt worden. „Das hat uns sehr irritiert und enttäuscht“, sagt Dannwolf.
Verwundert stellten die Ehrenamtler fest, dass die Stadträte auch zuletzt noch über den Standort Schafhof diskutierten, der für den Stadtseniorenrat nicht mehr in Betracht kommt. Viel sinnvoller wäre es gewesen, sich über alternative Örtlichkeiten auszutauschen, zum Beispiel freie Ladenflächen in der Innenstadt oder ein Wohnbauprojekt in der Jakobstraße, meint Dannwolf.
Übergangslösung in der Güterbahnhofstraße
Kurzfristig haben er und seine Mitstreiter eine Kooperation mit der Bezirksbaugenossenschaft Württemberg abgesprochen. In deren Räumlichkeiten in der Güterbahnhofstraße sollen die Einwohner Kornwestheims bald Gelegenheit bekommen, sich zu treffen: im „WohnCafé Joos“. „Das ist für uns eine gute Übergangslösung“, betont Dannwolf. Dennoch brauche es perspektivisch einen anderen zentralen Ort der Begegnung für alle Generationen.
Nach Ansicht der Verwaltung ist eine solche Begegnungsstätte aus finanzieller Sicht nicht möglich. Sie setzt auf ein dezentrales Konzept und verweist auf das städtische Bewohner- und Familienzentrum sowie auf Angebote verschiedener Träger wie der Awo.