Yoshi hatte am Mittwoch schlechte Laune. Foto: dpa/Roland Weihrauch

Tierrettung gehört zu den Aufgaben der Feuerwehr. Dass diese drei Stunden dauert und im Anschluss sowohl das Tier als auch der Feuerwehrmann zum Arzt müssen, ist eher ungewöhnlich. So ist es aber in Filderstadt geschehen.

Filderstadt - Kopfüber fiel Kater Yoshi bei seinem mittäglichen Streifzug am Mittwoch entlang der Steinstraße in Bonlanden in einen Spalt. Eingeklemmt zwischen einer Garage und einer Mauer landete er auf dem Rücken und konnte sich selbst nicht mehr retten. Zum Glück bemerkten aufmerksame Passanten das gefangene Tier und riefen um Hilfe.

„Ziemlich aufwendig“, beschreibt Stadtbrandmeister Jochen Thorns das, was daraufhin folgte. Ganze drei Stunden dauerte die Rettungsaktion, zu der auch ein Löschfahrzeug der Feuerwehr Filderstadt anrückte. Zuerst versuchte die Feuerwehr gemeinsam mit einem Mitarbeiter des Tierheims Yoshi mithilfe einer Rettungsschlinge zu bergen. Nachdem dies scheiterte, mussten zwei sogenannte Kernlochbohrungen gemacht werden. Durch das so entstandene große Loch konnte Yoshi schließlich gerettet werden.

Stress für Tier und Feuerwehrmann

Dieser freute sich offensichtlich so sehr über seine Befreiung, dass er zum Dank einen der Feuerwehrmänner in die Hand biss – und zwar durch den Schutzhandschuh hindurch. Der verletzte Feuerwehrmann kam daraufhin mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus. „Mit Katzenbissen darf man nicht spaßen“, meint Jochen Thorns. „Der Kollege musste zur Kontrolle ins Krankenhaus, ist mittlerweile aber wieder entlassen.“

Yoshi ist ebenfalls wohlauf. Der Tierarzt checkte ihn durch und konnte keine Verletzungen feststellen. „Generell kann ein solcher Vorfall aber verstörend auf ein Tier wirken“, sagt Michael Hofmann vom Tierheim in Filderstadt. „Bei manchen Katzen löst eine solche Rettungsaktion ein Trauma aus. Sie sind dann wesentlich ängstlicher als zuvor.“ Kater Yoshi scheint nicht traumatisiert zu sein. Er frisst und schläft mittlerweile wieder ganz normal.

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