So sieht die Skizze „Freiflächen an der Beethovenstraße“ aus, die das Amt für Stadtplanung und Wohnen erstellt hat. Auf der rosa-gefärbten Fläche soll das Haus der Jugend gebaut werden. Auf dem Flurstück 1410/4 sind Freiflächen für Jugendliche vorgesehen. Und auf der anderen Seite des renaturierten Metzgerbaches soll ein Bürgerpark (9548/5) entstehen. Foto: Amt für Stadtplanung und Wohnen

Seat gibt seine Niederlassung an der Beethovenstraße Ende 2019 auf. Ein weiteres Jahr hätte das Unternehmen noch seine Neuwagen auf dem gegenüberliegenden Areal abstellen können. Das Haus der Jugend soll 2022 eingeweiht werden.

Stuttgart-Botnang - Der ehemalige Festplatz an der Beet­hovenstraße soll in naher Zukunft ein anderes und wesentlich attraktiveres Erscheinungsbild bekommen. Das lang ersehnte Haus der Jugend soll – wenn es optimal läuft – im Dezember 2022 eröffnen. Zudem ist ein Bürgerpark geplant sowie die Renaturierung und Offenlegung des Metzgerbaches. Derzeit sind große Teile der Fläche noch an das gegenüber liegende Autohaus Seat als so genannte Ausstellungsfläche vermietet. Der Vertrag endet am 31. Dezember 2020. Über eine Verlängerung des Kontrakts wird Seat nicht verhandeln. „Sie werden Botnang zum 1. Januar kommenden Jahres verlassen“, sagte CDU-Bezirksbeirat Michael Schneider in der jüngsten Sitzung des Gremiums. Das bestätigt auch der Leiter des Liegenschaftsamtes, Thomas Zügel, auf Nachfrage unserer Zeitung. Mit Seat direkt habe er zwar keinen Kontakt gehabt, aber der Eigentümer der Immobilie an der Beethovenstraße 9 bis 11, in der die Seat-Niederlassung untergekommen ist, habe ihm das mitgeteilt.

Zum 1. Februar 2020 wird nun ein Nachmieter für die Immobilie gesucht. Im Internet werden die Räumlichkeiten als „Repräsentative Büroflächen“ angeboten. Im Erdgeschoss stehen 885 Quadratmeter zur Verfügung. Dazu kommen 14 Tiefgaragenstellplätze (360 Quadratmeter) im Zwischengeschoss, 768 Quadratmeter Lager/Stellplätze sowie 31 Tiefgaragenstellplätze (860 Quadratmeter) im ersten Untergeschoss, zehn Tiefgaragenstellplätze (249 Quadratmeter) und etwa 100 Quadratmeter Lagerfläche im zweiten Untergeschoss und 25 Stellplätze im Freien. Der Eigentümer war für eine Stellungnahme bis zum Redaktionsschluss nicht erreichbar. Seat selbst möchte sich erst nächste Woche äußern. Ende Februar hieß es noch: „Es gibt derzeit keine Pläne“, Botnang zu verlassen. Das hat sich jetzt definitiv geändert.

Die Stuttgarter Jugendhausgesellschaft möchte das Haus der Jugend bauen lassen

Wenn es nach Bezirksvorsteherin Mina Smakaj und der Mehrheit des Bezirksbeirats geht, soll mit dem Ende des Seat-Mietverhältnisses an der Beethovenstraße auch die Nutzung des ehemaligen Festplatzes als Ausstellungsfläche enden. Innerhalb der Stadtverwaltung gibt es aber auch Stimmen, die sich eine solche Nutzung bis zur Einweihung des Hauses der Jugend vorstellen können.

Wenn es nach Martin Holch und Werner Geilsdörfer vom Amt für Stadtplanung und Wohnen geht, würde das neue Jugendhaus 2021 auf die Baustelle gehen und an Weihnachten 2022 eingeweiht werden. „Das ist eine optimistische Zeitplanung, aber noch keine unrealistische“, sagt Holch. „Das Haus der Jugend zu realisieren, ist das erste Ziel im Rahmen des aktuellen Sanierungsgebietes Botnang 1 – Franz-Schubert-Straße. Wenn wir das nicht hinbekommen, haben wir unsere Hausaufgaben nicht gemacht.“ Allerdings ist das Projekt kein Selbstläufer. Der Architekt muss über ein EU-weit ausgeschriebenes Verfahren gesucht werden. Erst wenn feststeht, wer den Zuschlag erhält, kann in die Detailplanung eingestiegen werden. Und erst dann kann eine konkrete Kostenschätzung erstellt werden. Damit das Projekt jetzt nicht mehr ins Stocken gerät, „braucht es politische Beschlüsse, die für die notwendige Beinfreiheit sorgen“, sagt Holch. 3,5 Millionen Euro sollen die Stadträte deshalb in den kommenden Doppelhaushalt einstellen. Die Bauherr- und Trägerschaft möchte die Stuttgarter Jugendhausgesellschaft übernehmen. „Wir wollen bauen. Aber wir brauchen zuvor die Sicherheit, dass auch die Folgekosten, die das Haus der Jugend erzeugt, nicht aus unserem Budget getragen werden müssen“, betont der Geschäftsführer der Stuttgarter Jugendhausgesellschaft, Ingo-Felix Meier. „Wir müssten ja sonst bei unserer offenen Arbeit Abstriche machen.“ Geilsdörfer kündigte eine Vorlage für den Gemeinderat an, die für Sicherheit sorgen soll: „Das könnte noch vor der Sommerpause klappen.“

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